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Moers
Die schnelle Hilfe von nebenan

Moers. Mit dem Projekt "Lift off" will das Christliche Jugenddorfwerk Langzeitarbeitslosen zu Jobs verhelfen. Von Alrik Seidel

Knapp vier Jahre lang war Angelika Wagner arbeitslos. Der fehlende Führerschein kostete sie letztlich den Job. Nun kann die ehemalige Alltagsbegleiterin für Senioren wieder glücklich und stolz von ihrer Arbeit erzählen. Als Teilnehmerin des Projekts "Lift off", einer gemeinsamen Maßnahme des Christlichen Jugenddorfwerkes Moers und des Jobcenters zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt, fühlt sich die 57-jährige endlich wieder als Teil der Gesellschaft: "Ich wusste irgendwann nicht mehr, wozu ich überhaupt fähig bin. Durch diese Maßnahme weiß ich wieder: Ich kann was!"

Und genau das ist das Ziel von "Lift off": Menschen wie Angelika Wagner wieder eine Perspektive geben. "Zusammen mit dem Jobcenter haben wir überlegt, wie wir Langzeitarbeitslose wieder ins Leben einbinden können", erklärt Projekt-Koordinator Ralf Schumacher. Dazu werden die Projekt-Teilnehmer mindestens sechs Monate beim Jugenddorfwerk betreut und weitergebildet. Berufliche Qualifikation gibt es in den Bereichen Hauswirtschaft, Farbtechnik sowie Garten- und Landschaftsbau. Zusätzlich werden die 15 Teilnehmer intensiv sozialpädagogisch begleitet; Sport-, Gesundheits- und Ernährungsangebote inklusive.

Von dieser Aufbaumaßnahme kann ab sofort jeder profitieren. Denn zum Start von "Lift off" startet auch das Senioren- und Nachbarschafts-Café, in dem sich jeden Donnerstag zwischen zehn und zwölf Uhr Senioren und Bürger des Stadtteils begegnen und austauschen können. Im Restaurant "Schacht V" an der Pestalozzistraße können Bürgerinnen und Bürger kleinere Hilfestellungen im Alltag "beantragen", entweder im persönlichen Gespräch oder als Aushang an einem schwarzen Brett. Sei es Einkäufe erledigen, Amts- oder Arztbesuche begleiten oder einfach nur Gesellschaft leisten - Angelika Wagner und Co. stehen "mit Rad und Tat" zur Seite. Ihnen wird für Hausbesuche nämlich ein spezielles E-Bike zur Verfügung stehen.

Was die Menschen in Meerbeck beschäftigt, darüber haben sich die "Lift off"-Teilnehmer selbst ein Bild gemacht. Aus vielen Gesprächen mit den Bürgern aus dem Stadtteil ist dann auch die Idee eines Nachbarschafts-Cafés entsprungen. Dort ist auch Angelika Wagner zu finden, in der Küche vom "Schacht V". Wenn es nach ihr geht, möchte sie nach Beendigung des Projekts weiter im Bereich Hauswirtschaft arbeiten, so viel weiß sie jetzt schon. Wichtig sei für sie aber vor allem, mit ihrem Engagement anderen Menschen zu helfen: "Ältere Menschen fühlen sich oft allein und das wollen wir ändern." Die Hilfen für Senioren übernehmen die Teilnehmer im Übrigen komplett kostenlos. Für Angelika Wagner ist das selbstverständlich: "Wenn die Augen der Menschen leuchten, ist das für uns Dank genug."

Quelle: RP
 
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