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Unsere Woche
Die Städte bereiten sich vor

Moers. Um den Zuzug von Flüchtlingen in die Kommunen der Grafschaft war es zuletzt still geworden. Fast schien es, als sei der Strom der Flüchtlinge so rasch versiegt wie er angeschwollen war. In dieser Woche nun ist klar geworden, dass auf die Städte weitere Herausforderungen zukommen. Ab August wird das Land der Stadt Moers pro Woche 40 Personen zuweisen. Auch die Verwaltung in Neukirchen-Vluyn bereitet sich darauf vor, dass ihr Ende des Jahres weitere Flüchtlinge zugeteilt werden. Zurzeit entstehen dort zwei Schlichtbauten, vier hat der Rat insgesamt beschlossen. Sollte es zu einem starken Zuzug kommen, ist die Stadt auf diese Weise vorbereitet. Falls die Entwicklung moderat bleibt, besteht die Möglichkeit, derzeit angemietete Unterkünfte im Stadtgebiet aufzugeben.

Auch in Moers ist man vorbereitet. Zunächst sollen die Neuankömmlinge, hauptsächlich Familien, im Gebäude der ehemaligen Hauptschule in Repelen untergebracht werden. Die nächste Option wären angemietete Wohnungen in einem Haus an der Römerstraße. Auch dank eines Netzwerkes von ehrenamtlichen Helfern, so ließ die Stadt verlautbaren, sei man zuversichtlich, all dies schultern zu können.

Es ist eine eindrucksvolle Leistung, die Verwaltungen, Hilfswerke und Ehrenamtler in den vergangenen Monaten gezeigt haben. Denn die Bemühungen, die Menschen zu integrieren, sind ja weitergegangen, auch wenn die Flüchtlingszahlen vorübergehend sanken. Die Akzeptanz in der deutschen Gesellschaft, so war jüngst zu lesen, sei zurückgegangen, die "Willkommenskultur" nicht mehr so herzlich wie vor einem Jahr. Das Lob in dieser Situation verdienen jene, die, ob beruflich, ob in ihrer Freizeit, im stillen dafür sorgen, dass in den Unterkünften alles gut läuft, dass die Zugezogenen Deutsch lernen, dass Kinder in Kitas und Schulen aufgenommen werden und so fort. Das alles findet oft unter dem Radar der Öffentlichkeit statt, weitab von lautstarken Diskussionen, unspektakulär, aber effektiv. So können die Gemeinwesen hoffen, auch künftige Herausforderungen zu bewältigen.

stefan.gilsbach@rheinische-post.de

Quelle: RP
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