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Moers
Diskussion über Flüchtlingspolitik

Moers. SPD Schlossgespräche: Jens Geier spricht offen über das Thema Flucht.

Viele Menschen haben sich auf den Weg nach Europa gemacht, um vor Krieg und Zerstörung zu fliehen. Jetzt suchen sie in Europa Schutz. In der neuen Ausgabe der "Schlossgespräche" am Donnerstagabend sprach SPD-Europaabgeordneter Jens Geier offen über das Thema.

Wenn Jens Geier über die aktuelle Flüchtlingspolitik spricht, dann sieht er vor allem eins - Arbeit. Mit Begeisterung hat er zugesehen, wie die vielen freiwilligen Helfer die Flüchtlinge in den letzten Monaten unterstützt haben. Auch in Moers hält diese Welle der Hilfsbereitschaft bis heute noch an. Doch damit ist es nicht getan. "Unsere Arbeit fängt jetzt erst richtig an", erzählt Geier, der seit 2009 als Abgeordneter im Europäischen Parlament sitzt. Vor allem in der Bildung müsse noch einiges geleistet werden. Vom Sprachunterricht bis zur Unterstützung in den Schulen und der Förderung von Ausbildungsbetrieben sei einiges zu verbessern. "Wir können es uns nicht leisten, eine ganze Generation zu verlieren", erzählt der 55-Jährige. Gleichzeitig hofft er auch, dass die Flüchtlinge dann in Deutschland "eine Lücke schließen" und damit den demographischen Wandel in Teilen verzögern.

Dass das Ganze auch mit viel Geld und Aufwand verbunden ist, ist ihm bewusst. Doch gerade in Deutschland sieht er dafür kein Problem, denn der Bundeshaushalt sei gut ausgestattet. Ein weiterer Punkt, den der EU-Abgeordnete und die Besucher des Schlossgespräches beschäftigte, sind die Zustände für Flüchtlinge in den Nachbarländern von Syrien. Mit Sorge beobachtet Geier die Länder, die noch immer tausende Flüchtlinge in katastrophalen Zeltstädten unterbringen müssen.

Neben kommunalen Problemen und Herausforderungen sind es vor allem auch Fragen nach internationalen Beziehungen, die das Publikum der Schlossgespräche beschäftigen. In wie weit ist die europäische Politik für die Armut und Aussichtlosigkeit in Kontinenten wie Afrika verantwortlich? Wie kann man dort die Flüchtlingsursachen bekämpfen? Dass nicht nur syrische Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ist Jens Geier bewusst. In Kritik stand am Donnerstabend insbesondere die europäische Agrar-Politik, welche die Agrarüberschüsse zu Dumping-Preisen an Länder des Südens verkauft und damit eine Welle der Armut auslöst. Geier unterstreicht, dass die Agrarsubventionen gestrichen sind und man gemeinsam daran arbeite, diese Probleme abzustellen. Doch dies sei nur durch Handelsabkommen mit den einzelnen Ländern möglich, die die Produktion der Landwirtschaft schütze.

Zum nächsten Schlossgespräch am 1. Februar ist Innenminister Ralf Jäger eingeladen.

Quelle: RP
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