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Moers
E-Center: Anwohner ziehen Tiefgarage vor

Moers: E-Center: Anwohner ziehen Tiefgarage vor
Oben: Rund 80 Gäste folgten der Einladung der SPD. FOTO: KLaus Dieker
Moers. Edeka und Stadt arbeiten an einer Kompromiss-Planung zum neuen Nahversorgungszentrum Utfort. Bedenken von Anwohnern sollen berücksichtigt werden. Edeka-Vertreter Peter Meis kündigt bei SPD-Diskussionsabend spürbare Änderungen an. Von Josef Pogorzalek

Die Pläne für das Edeka-Center an der Rheinberger Straße werden nicht so verwirklicht, wie sie vor einigen Monaten vorgestellt wurden. "Wir nehmen die Bedenken der Anwohner ernst, die Änderungen werden sie sehen und spürbar merken", versicherte Peter Meis, Edeka Rhein-Ruhr, im Saal des CJD an der Wittfeldstraße. Die SPD Rheinkamp hatte zu einer Diskussion über das umstrittene neue Nahversorgungszentrum eingeladen. Rund 80 Gäste, vornehmlich Nachbarn des geplanten Einkaufszentrums, folgten der Einladung.

FOTO: Phase5/vdh

Ende 2018 soll das E-Center nebst Getränkemarkt sowie "Mall" mit zusätzlichen Geschäften und Dienstleistern öffnen. Auch ein Verwaltungstrakt für zunächst 600 bis 700, in einem weiteren Ausbaustadium für 1000 Edeka-Mitarbeiter ist vorgesehen. Meis sprach gestern von einer gehobenen Qualität und einem besonderen "Aufenthaltskomfort" im E-Center. Waren, die Leute sonst im Internet bestellten, könnten dort direkt erworben werden.

Thorsten Kamp, Technischer Beigeordneter der Stadt, gab ein Beispiel für Änderungen in der Planung: Es werde nun darüber nachgedacht, das Verwaltungszentrum von vornherein als Gesamtkomplex zu errichten, der später durch einen Anbau erweitert werden kann. Bislang war von zwei Bauabschnitten die Rede gewesen, wobei der zweite erst in Jahren errichtet werden sollte. Das wäre für Anwohner von Nachteil, weil die Schulungsgebäude für sie eine Art Schallschutz darstellen.

Auch zum großen Parkhaus für die Verwaltungs-Mitarbeiter, das ziemlich nah an den Gärten von Anwohnern stehen soll, gibt es noch Gesprächsbedarf. Die Frage ist, ob es einen anderen Platz dafür gebe und ob es überhaupt ein Parkhaus sein müsse. Karin Walter, Sprecherin einer Anwohnerinitiative äußerte einen "Weihnachtswunsch": Wenn das Nahversorgungszentrum ein Vorzeigeprojekt von Edeka sei, dann baue man bitte eine Tiefgarage statt des Parkhauses. "Das wäre eine zeitgemäße Unterbringung für die Autos." Walter zeigte sich auch besorgt über zunehmenden Verkehr auf der schon heute zeitweise überlasteten Rheinberger Straße und den Nachbarstraßen. Noch mehr Staus, Lärm und Schmutz wären die Folge. Thorsten Kamp sprach von einer Optimierung der Ampelphasen der Rheinberger Straße, der Weisheit letzter Schluss ist dies aber nicht. Gutachten stehen noch aus.

Keine Freunde bei den Anwohnern machte sich Brigitte Gerdes, die das E-Center betreiben wird. Dieses werde "ein tolles Erlebnis" sein, sagte sie und wischte die Sorgen beiseite: "Man macht sich viel zu viele Gedanken darüber, dass etwas nicht funktioniert". Die Verkehrsprobleme an der Rheinberger seien nicht so schlimm, es werde dort nur kurzzeitig eng. Sarkastischer Kommentar eines Besuchers: "Gut zu wissen!"

Gäste übten auch Kritik am Gesamtverfahren. Erst nachdem die Edeka-Ansiedlung beschlossene Sache sei, frage man die betroffenen Nachbarn um ihre Meinung. Erinnert wurde auch daran, dass die als Edeka-Standort vorgesehene Grünfläche vor wenigen Jahren als überaus wichtig für das Stadtklima angesehen wurde und nicht bebaut werden sollte. "Ich fühle mich veräppelt", meinte eine Frau.

Thorsten Kamp sicherte zu, dass alle im Rahmen der Ende April abgeschlossenen Auslegungsfrist vorgebrachten Einwände und Anregungen zum Projekt im Planungsprozess berücksichtigt werden - was nicht heißt, dass man ihnen auch folgt. Die modifizierten Pläne würden im Herbst der Politik vorgelegt. "Am Ende wird ein Kompromiss da sein, mit dem alle unzufrieden sind", sagte Silvia Rosendahl, Vorsitzende der SPD Rheinkamp und Ratsmitglied. Die Kunst sei, den Kompromiss so zu gestalten, dass alle gleich unzufrieden seien.

Silvia Rosendahl unterstrich, dass die Fraktionen (die der Edeka-Ansiedlung geschlossen zugestimmt haben) die Probleme sähen. "Für uns zählen aber die ökonomische Argumente", wandte sie sich ans Publikum unter Hinweis auf erwartete Gewerbesteuer-Einnahmen. "Sonst schimpfen Sie, wenn der Haushalt der Stadt nicht stimmt."

Quelle: RP
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