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Moers
Edeka Utfort: Teilerfolg für Anwohner

Moers. Stadt und Edeka haben die Planung angepasst. Regionalverband Ruhrgebiet sieht Mängel im Einzelhandelsgutachten. Von Josef Pogorzalek

Stadtverwaltung und Edeka haben bei der Planung eines Nahversorgungszentrums in Utfort einen Dämpfer erlitten: Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat Nachbesserungsbedarf festgestellt. Nach Ansicht des RVR, der die Verträglichkeit des Vorhabens mit dem Landesplanungsgesetz prüft, sei die "Einzelhandelsverträglichkeit des neuen Nahversorgungszentrums Utfort noch nicht ausreichend" belegt, heißt es in einem Sachstandsbericht für den Stadt- und Entwicklungsausschuss (ASPU).

Die BBE Handelsberatung muss nun ihr Gutachten, das als Grundlage für die Planung dient, überarbeiten. Die Gutachter müssen klarer darstellen, dass das Nahversorgungsdefizit am geplanten Standort notwendig ist. Außerdem müssen sie deutlicher machen, warum der neue, große Konkurrent dem bestehenden Einzelhandel nicht schade. Und die Stadt muss deutlicher zeigen, wie sich das Nahversorgungszentrum städtebaulich in die Umgebung einfügt. "Das treibt uns keine Sorgenfalten ins Gesicht", sagte gestern Stadtsprecher Thorsten Schröder. Es gehe lediglich um kleinere Modifizierungen.

Bei öffentlichen Informationsveranstaltungen zum Nahversorungszentrum hatten Moerser das BBE-Gutachten kritisiert. Bei der letzten Veranstaltung dieser Art Ende Juni (die SPD Rheinkamp hatte dazu eingeladen) waren die Bedenken des RVR kein Thema, obwohl diese laut der ASPU-Vorlage bereits am 10. Mai im Rathaus bekannt waren.

Bei dem Infoabend Ende Juni hatte Peter Meis, Edeka Rhein-Ruhr, Änderungen in der Planung angekündigt. Diese sind inzwischen erkennbar. Das Parkhaus für rund 750 Autos im südlichen Bereich des Geländes (Richtung Rheinpreußenstraße) entfällt nach den aktuellen Entwürfen. Im Gegenzug wächst das früher geplante Parkhaus im Osten des Geländes von gut 300 auf 1000 Stellplätze. Damit es nicht zu hoch wirkt, soll dieses Parkhaus drei Meter tief in den Boden abgesenkt werden. Der Bau von Tiefgaragen, die Anwohner sich gewünscht hatten, sei zu teuer.

Geändert ist auch die Anlage eines Büro- und Schulungsgebäudes für die Mitarbeiter der Edeka-Verwaltung. Bisher war von einer eventuellen Vergrößerung in späteren Jahren im östlichen Geländeteil die Rede. Jetzt soll sich der zweite Bauabschnitt - so er denn irgendwann kommt - südlich anschließen.

Herzstück des Nahversorgungszentrums bleibt ein E-Center mit 3400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Daran knüpft eine Mall mit kleineren Geschäften und Dienstleistern an. Neu geplant ist eine Ladenzeile entlang der Rheinberger Straße, die gegenüberliegende Wohnhäuser vor Lärm schützen soll. Den geplanten Getränkemarkt will Edeka nun in einem Gebäuderiegel unterbringen, der dem östlichen Parkhaus vorgelagert ist.

Anwohner der Rheinpreußenstraße hatten sich gegen ein großes Parkhaus in ihrer Nachbarschaft gewehrt. "Wir freuen uns total, dass das Parkhaus nun weg ist", sagte gestern Karin Walter, Sprecherin einer Bürgerinitiative. Dass nun das andere Parkhaus vergrößert werden solle, sei jedoch für Anwohner der Wittfeldstraße von Nachteil. Es gebe weiteren Gesprächsbedarf. Auch darüber, dass die Planung nach wie vor eine Zufahrt in Höhe der Jockenstraße vorsehe. Das Thema Lärm bleibe aktuell. Für Freitag sind Anwohnervertreter zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen. "Solange wir im Gespräch bleiben, sind wir zufrieden", sagte Karin Walter.

Anwohner des künftigen Nahversorgungszentrums hatten auch bezweifelt, dass die Rheinberger Straße den zusätzlichen Verkehr verkraften könne. In den aktuellen Entwürfen deutet sich eine Lenkung des Verkehrsflusses an. An der Zufahrt in Höhe der Jockenstraße und der Kampstraße ist die Rheinbeger Straße verbreitert dargestellt, zusätzliche Abbiegespuren sind eingezeichnet. Dies sei allerdings nicht als "der Weisheit letzter Schluss" zu verstehen, betonte gestern Stadtsprecher Schröder. Ein Verkehrsgutachten liege noch nicht vor.

Quelle: RP
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