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Moers
Ehemaliger Patient leitet Selbsthilfe am Bethanien

Moers. Volker Weizenbeck aus Alpen hatte Lungenkrebs - eine der häufigsten und gefährlichsten Krebsarten in Deutschland. Trotz des weit fortgeschrittenen Stadiums seiner Erkrankung konnte der 58-Jährige mit Hilfe seiner Ärzte im Krankenhaus Bethanien den Krebs besiegen. Im Dezember 2013 absolvierte Weizenbeck seine letzte Chemotherapie und bis heute hat sich der Krebs nicht zurückgemeldet. Was dem gelernten Chemielaboranten während der Therapie vor allem geholfen habe, war der Austausch mit anderen Patienten, sagt er.

Das Lungenzentrum Bethanien bietet einen solchen Gesprächskreis seit einiger Zeit an. Wie viele Patienten wollte Weizenbeck mit der Krankheit auf keinen Fall allein sein. Der Gesprächskreis war ein Glücksfall nicht nur für ihn. Inzwischen leitet Weizenbeck die Gruppe. Er ist Ansprechpartner für Patientinnen, Patienten und deren Angehörige.

"Ich habe nach der Genesung Kraft und den Wunsch verspürt, mich für Andere zu engagieren", begründet der gebürtige Bochumer seine Entscheidung. "Mit den Erfahrungen, die ich als Patient im Gesprächskreis gewonnen habe, kann ich nun Betroffenen helfen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen", so Weizenbeck. Es seien aber auch die Menschen selbst, die sich im Gesprächskreis durch offene Gespräche untereinander und durch gegenseitiges Zuhören immer wieder Mut machen. Gerade bei der Diagnose Lungenkrebs sei sehr viel Angst im Spiel, denn oft ist die Krankheit - anders als bei Volker Weizenbeck - zwar behandelbar, aber nicht heilbar.

Dass er selbst damals von einer schweren Lungenkrebserkrankung betroffen war, macht Weizenbeck somit zu einer ganz besonderen Vertrauensperson für andere Patientinnen und Patienten. "Aufgrund meiner eigenen Krankheitsgeschichte kann ich mich in die Situation von Patientinnen und Patienten gut hineinfühlen. Das schafft eine gute Basis und gegenseitiges Vertrauen für unsere Gespräche", so Weizenbeck. Die enge Anbindung des Gesprächskreises an das Lungenzentrum Bethanien hat Vorteile: Patientinnen und Patienten, die hier behandelt werden, können das Gesprächsangebot schon während des Krankenhausaufenthaltes nutzen. Die Gruppe ist allerdings offen für alle Interessierten. Ob jemand im Lungenzentrum Bethanien Patient war, spielt keine Rolle. Und selbstverständlich sind auch die Angehörigen von Menschen mit Lungenkrebs willkommen.

"Niemand soll mit einer Lungenkrebs-Diagnose allein sein. Darum haben wir diese wichtige Möglichkeit zum Austausch geschaffen", sagt der Psycho-Onkologe Patrik Jotzo. Er betreut in Bethanien viele Krebspatienten, vor allem die mit Lungenkrebs, und hat den Gesprächskreis vor einiger Zeit initiiert. Bei den Treffen schaut er immer wieder mal vorbei und steht als Gesprächsexperte mit Rat und Tat zur Verfügung. Er hört zu und vermittelt bei Bedarf weitere Kontakte. "Heilen können wir manchmal nicht, helfen aber auf jeden Fall."

Gesprächskreis für Krebsbetroffene: Jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr. Das nächste Treffen findet am 13. August statt. Krankenhaus Bethanien, Bethanienstr. 21, Raum D211. Kontakt: Tel. 02841/200-20835 . Mail: Gespraechskreis.Lungenkrebs@bethanienmoers.de"

Quelle: RP
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