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Moers
Ein Abschied und ein Neuanfang

Moers: Ein Abschied und ein Neuanfang
John-Dennis Renken und seine Nachfolgerin Josephine Bode spielten bei ihrer Konzert-Premiere in Moers zusammen. Beide wurden herzlich verabschiedet beziehungsweise begrüßt. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Schlusskonzert von John-Dennis Renken als Improviser in Residence im Kammermusiksaal der Moerser Musikschule war gleichzeitig das Eröffnungskonzert seiner Nachfolgerin Josephine Bode. Von Jan Caspers

Schilder mit der Aufschrift "moers festival" wiesen den Weg zum Moerser Martinstift, dessen Fassade von Scheinwerfern in rotes Licht getaucht wurde. Vor dem Eingang zum Kammermusiksaal der Moerser Musikschule knisterte zudem ein Lagerfeuer in einer Feuerschale, während im Saal selbst das Abschiedskonzert von John-Dennis Renken als Improviser in Residence stattfand. Zugleich feierte seine Nachfolgerin Josephine Bode ihre Konzert-Premiere in Moers.

Auf einer Leinwand im Kammermusiksaal waren Fotos von den Auftritten zu sehen, die John-Dennis Renken im vergangenen Jahr absolviert hat. Carmen Weist, Aufsichtsratsvorsitzende der "Moers Kultur GmbH" und Festival-Leiter Tim Isfort bedankten sich beim scheidenden Stadtmusiker und begrüßten seine Nachfolgerin ebenso herzlich. Ehe Renken noch einmal zur Trompete griff, richtete er ein paar Worte ans Publikum: "Wenn ich so auf das Jahr zurückblicke, bin ich doch sehr beseelt von dem, was ich hier erleben durfte. Es hat mir viel Spaß gemacht, für euch alle zu spielen. Vielen Dank für alles!" Der Zwischenruf "Du warst ein Glücksfall für Moers!" sowie der tosende Applaus der Konzertbesucher zeigten, wie sehr der gebürtige Bremer, der seit dem Studium in Essen wohnt, den Moersern mit seinem lockeren, humorvollen und natürlichen Auftreten ans Herz gewachsen ist. Seine musikalischen Fähigkeiten wird das Publikum zweifellos vermissen. Diese Fähigkeiten stellte John-Dennis Renken bei seinem Abschiedskonzert gemeinsam mit dem Schlagzeuger Christian Thomé noch einmal unter Beweis. Die sanften und warmen Trompetenklänge, die sich unter dem drängenden Schlagzeug-Rhythmus zu kraftvollen Läufen steigerten, weckten Vorfreude auf das "moers festival" an Pfingsten. Neben Schlagzeug und Trompete kamen bei dem Auftritt von John-Dennis Renken und Christian Thomé auch eine Zither, ein Glockenspiel und eine Loop-Station zum Einsatz, die es den beiden Musikern ermöglichte, die unterschiedlichen Melodien und mitreißenden Schlagzeug-Pattern zu einem Klangteppich zu verdichten. Nach einer gemeinsamen Improvisation mit Josephine Bode, bei der die Trompete und die Blockflöte in einen musikalischen Dialog traten, verabschiedete sich John-Dennis Renken und überließ der Flötistin und ihrer Band "Jerboah" die Bühne. Die Musikgruppe, die aus einem Schlagzeuger, einem Gitarristen, drei Flötistinnen und einer Sängerin besteht, ist international besetzt. Die Lieder, die eher von Pop und Rock beeinflusst waren als vom Jazz, wurden in verschiedenen Sprachen gesungen. Die gute Laune, die phasenweise eine anarchistische Kraft entwickelte, sprang schnell auf Konzertbesucher über, die bei den eingängigen Refrains der ausgelassenen und fröhlichen Lieder rhythmisch klatschten.

Quelle: RP
 
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