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Moers
Ein französisch-deutsches Kunstprojekt

Moers: Ein französisch-deutsches Kunstprojekt
Gemeinsam mit den französischen Gästen besuchten die beteiligten Schüler des Grafschafter Gymnasiums unter anderem das Max-Ernst-Museum. Im Unterricht bekamen sie schließlich die Chance, in den Techniken des Künstlers selbst zu malen. FOTO: Grafschafter Gymnasium
Moers. Das Grafschafter Gymnasium in Moers hatte Besuch aus der Partnerschule des Collège Champigny-sur-Marne aus Frankreich. Schüler Kim Guijo Czysch berichtet über das gemeinsame Kunstprojekt am Gymnasium.

Eine Woche lang trafen sich die deutschen und französischen Schüler, um sich einem Kunstprojekt zu widmen. Im Mittelpunkt stand das Schaffen des Surrealisten Max Ernst. Das Wochenprogramm der jungen Leute war vielfältig und voller Überraschungen. Gleich nach dem Ankunftstag ging es für die Gruppe, die aus sieben Schülern der neunten, drei Schülern der zehnten Klasse und zwei französischen Lehrern bestand, nach Brühl in das Max-Ernst-Museum. Sie lernten die Techniken des Künstlers kennen und waren umso aufgeregter, als sie erfuhren, dass sie sie bald selber anwenden würden.

Um die Vorgehensweise besser zu verstehen, bekamen sie Textausschnitte über die Frottage und den "gelenkten Zufall" ausgehändigt, die die Moerser ihren Austauschpartnern aufgrund der guten Französischkenntnisse (und etwas Gestikulieren) erfolgreich übersetzen konnten. "Wir hatten das große Glück in die Tim-Burton-Ausstellung gehen zu dürfen, was unseren Kunstlehrer kurzerhand umstimmte: Wir würden uns in den folgenden Tagen mit Tim Burton näher befassen", berichten die Schüler. Anschließend verbrachten sie die letzten Stunden in Köln, um den Franzosen etwas deutsche Kultur zu zeigen. Auf Wunsch der Franzosen stiegen sie den Turm des Kölner Doms hinauf, um die tolle Aussicht zu genießen. Einen Tag darauf trafen sich alle im Werkraum, um das Gelesene umzusetzen. Ziel war es, eine Komposition verschiedener Frottagen zu errichten. Mit etwas Musik und viel Spaß am Experimentieren fertigten sie ein individuelles Bild an, das sie dann einrahmten.

Neben Ausflügen nach Duisburg, in den Landschaftspark Nord und auf mehrere Weihnachtsmärkte waren die Schüler mit ihren französischen Gästen auch beim Bürgermeister eingeladen, der seine Arbeit vorstellte und ein kleines Interview gab. "Das Wochenende wurde in meiner Familie vielfältig gestaltet", schreibt Kim Guijo Czysch. "Meine Austauschpartnerin Julie und ich sangen viel zusammen, trafen uns zum Eislaufen mit den anderen und gingen im Centro shoppen." Am Montag lernten die Schüler das nächste Kunstprojekt kennen. Sie setzten sich in einen Kreis zusammen und bekamen jeweils schwarze Tusche, Pinsel und aktuelle Zeitungsseiten ausgehändigt.

Kunstlehrer Hamacher stellte in einer kurzen Power-Point-Präsentation das Thema vor. Die Schüler sollten wie Tim Burton kleine Fantasiefiguren erfinden. Jeder hatte eine Zeitungsseite, die er für fünf Minuten aus- und bemalen sollten. Nach dieser Zeit wurde das Werk weiter an den rechten Sitznachbarn gegeben, und es wurden wieder fünf Minuten gezählt, so dass am Ende jeder an jedem Bild gearbeitet hatte. Regeln gab es nur eine: Zerstöre nicht, was dein Nachbar angefangen hat. Vervollständige es oder entwickle eine neue Idee. Auf diese Weise hatte nun jeder ein tolles originelles Kunstwerk, das ohne die anderen Schüler der Gruppe nie zustande gekommen wäre. "Ich denke, dass genau diese Aufgabenstellungen und die tollen Ausflüge uns und die französischen Austauschpartner zusammengeschweißt haben. Meiner Meinung nach war dies der beste der drei Austausche (zwei nach Frankreich, einer nach England), die ich schon gemacht habe. Die Gruppendynamik hat von vornerein gestimmt", betont Kim Guijo Czysch.

Umso mehr freuen sich nun die deutschen Teilnehmer des Grafschafter Gymnasiums, Anfang 2016 für eine Woche nach Frankreich zu reisen und dort ebenfalls neue Erfahrungen zu sammeln.

Quelle: RP
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