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Neukirchen-Vluyn
Ein himmlisches Vergnügen

Neukirchen-Vluyn. Sich die Welt aus der Vogelperspektive ansehen – das hat was. Bei den Mitgliedern des Vereins "Gleitzeit" lässt sich dieser Traum vom Fliegen über Neukirchen-Vluyn erfüllen. Der Startplatz ist an der Gartenstraße unterhalb der Halde Norddeutschland. Von Sabine Hannemann

Die Wetterverhältnisse der letzten Zeit waren speziell für Gleitschirmflieger traumhaft. Bernd Böing ist einer dieser Freizeitflieger, die ihre Zeit in luftigen Höhen verbringen. "Wir haben sehr gute Bedingungen, und wir haben Ferien. Der Wind stimmt und die Thermik setzt ein", meint Böing mit Blick nach oben, dort, wo für den Laien am Himmel einfach nur Wolken zu sehen sind.

Für die Gleitschirmflieger versprechen diese Wolken Thermik und somit eine längere Aufenthaltsdauer in der Luft inklusive klarer Sicht über die weite niederrheinische Landschaft. Zweieinhalb Stunden sind da keine Seltenheit. Auch wenn es oben nur knappe zehn Grad warm ist, während am Boden schweißtreibende Temperaturen herrschen. "Eben alles, was man sich so wünscht", meint kurz der Luftsportler Böing, der seit zwölf Jahren vom Fliegen nicht lassen kann.

An der Gartenstraße in Neukirchen, dem Schleppgelände des Vereins Gleitzeit, ist mächtig was los. Böing: "Wir können ganz nach unseren Bedürfnissen fliegen." Und die scheinen an diesen sonnenverwöhnten Tagen nicht zu kurz zu kommen. Lange hält es ihn nicht am Boden, und schon wenig später ist er dann mal weg, hochgeschleppt und in andere Sphären abgetaucht.

Peter und Erika Jeskulke kommen extra aus Bochum. "Das Areal ist gut", meint Peter Jesulke. Großzügige 1300 Meter hoch darf es in diesem Luftraum über Neukirchen gehen. "Über dem dichten Bochum ist das einfach anders", meint Jesulke, der seit vier Jahren den Luftsport für sich entdeckt hat. Nach Neukirchen kommt er mit seiner Frau Erika, die mit ihm aktiv diesen Sport teilt, wegen der netten Leute, der Gemeinschaft im Verein und "weil wir einfach sehr viel Spaß haben", meint sie.

Kein Start, kein Flug gleicht dem anderen, sondern ist immer wieder eine Herausforderung, der man sich nach dem Abheben, das Windenfahrer und Startleiter managen, stellen muss. Man entwickelt sich sozusagen mit jedem Flug weiter. Faszination Fliegen bleibt etwas Besonderes, weil man hautnah dabei ist, mit und in der Natur ist, bei Wind und Wetter, und eine andere Sicht auf die Dinge bekommt, die die Welt am Boden bewegen. Erika und Peter Jesulke sind sich da einig.

Monatlicher Stammtisch

Der Verein Gleitzeit bietet Gleitschirm- und Drachenfliegern eine Heimat wie auch beim monatlichen Fliegerstammtisch eine Austauschmöglichkeit.

Geflogen wird jedes Wochenende, je nach Wetterlage auch in der Woche, vorausgesetzt, Windenfahrer und Startleiter stehen für den Flugbetrieb zur Verfügung. Wer nur einfach mal abheben möchte, den Traum vom Fliegen hat und den Liedermacher Reinhard Mey und die besungene Freiheit über den Wolken nicht vergessen kann, der kann sich diese Welt von oben beim Tandemflug, sprich Hucke-Pack-Flug, erschließen. Aber Vorsicht: Suchtpotenzial!

(RP/ac)
 
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