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Moers
Ein Kreiskirchentag auf Luthers Spuren

Moers. Ein Gottesdienst im Amphitheater, jede Menge Stände von Institutionen und Gemeinden, Theater und Spiele für Jugendliche kennzeichneten gestern das Geschehen im Xantener APX. Von Erwin Kohl

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" lautet ein Zitat des niederrheinischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch, dass die evangelische Kirche zum Motto des Lutherjahres gemacht hat und das auch beim Kreiskirchentag im Archäologischen Park Xanten (APX)allgegenwärtig war. Für die Besucher bot sich am gestrigen Sonntag die Gelegenheit, Vertreter aller Gemeinden des Kirchenkreises Kleve sowie die unterschiedlichen Fachausschüsse kennenzulernen.

Wenn von Reformation die Rede ist, fällt immer der Name Martin Luther. Rose Wecker vom Fachausschuss für Frauenfragen wies mit einer sehenswerten Ausstellung darauf hin, dass auch Frauen wie etwa Katharina von Born oder Sibylle von Jülich-Kleve-Berg einen ganz großen Anteil an der Reformation hatten und bis heute haben. "Die Reformation bricht nicht ab. Es gibt immer noch Frauen, die sich für die Rechte anderer Frauen in der Kirche einsetzen. Ilse Härter etwa haben wir zu verdanken, dass Frauen seit 1976 ein gleichberechtigtes Pfarramt ausüben dürfen", erklärt Rose Wecker.

Wenige Meter weiter kämpfen die Leiterinnen der sieben KiTas des Kirchenkreises Kleve für mehr Qualität und eine gerechtere Bezahlung. "Es handelt sich um eine Aufgabe, die Kirchen für den Staat übernehmen. Jetzt ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern", sagt Heike Kohlhase, Fachberaterin der evangelischen Kirchenkreise Kleve/Wesel. Die Bibel als Grundlage für ein Kunstwerk, auf diese Idee kamen die Vertreter der Gemeinde Sonsbeck. Durch geschicktes Falten stellen sich die Seiten der aufgestellten Bibel als ein Herz dar. "Die Hauptbotschaft der Bibel ist die Liebe, und auf diese Weise kommt sie mit einem Blick zur Geltung", findet Pfarrer Frank Bublitz. Hoch hinaus ging es am Stand der Diakonie. Mutige Kinder und Jugendliche stapelten am Kranseil hängend Getränkekisten in schwindelerregende Höhen, während Eltern und Großeltern sich von Sabine van Loveren über das neue Pflegegesetz und seine einzelnen Stufen aufklären ließen.

"Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." Frei nach dem bekannten Luther-Zitat verschenkte das Verwaltungsamt des Kirchenkreises kleine Apfelbäume, die sich als Kübelpflanzen für die Terrasse eignen. "Wer nicht auf den ersten Apfel warten möchte, darf sich gleich einen mitnehmen", bot Stefanie Noack an. Pastor Gernot Thölke lockte unterdessen mit einer Marionette im Talar Kinder ins "Kamishibai-Theater" des Rheinischen Verbandes für Kindergottesdienst. "Wir erzählen kindgerecht die Lebensgeschichte Luthers in zehn Bildern", erläutert der Wallacher. "So fühlt sich Kirche an", lautete das Motto der Gemeinde Xanten-Mörmter. In der "Fühlkiste für Erwachsene" befanden sich neben einem Kreuz ein Staubtuch, ein Dinosaurier und ein Handy. "Wir möchten, dass die Menschen ins Gespräch kommen und ruhig mal kontrovers diskutieren", sagt Susanne Kappel. Zur Belohnung gab's den Luther-Lutscher (LuLu). Beendet wurde der Kreiskirchentages am Nachmittag mit der Aufführung "Ich fürchte nichts" des Kölner N.N. Theaters in der Arena.

Quelle: RP
 
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