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Vom Anlagemarkt
Ein schwacher Börsenstart in das Jahr 2016

Moers. In den ersten Wochen des Jahres 2016 ist es an den Weltbörsen zu markanten Kursrückgängen gekommen. Erneut aufflackernde Sorgen im Bezug auf das konjunkturelle Wachstum in China werden als Auslöser dafür herangezogen.

Dies war im Sommer 2015 ähnlich. Diese "Ängste" sind fundamental noch nicht bestätigt. Immerhin ist China im letzten Jahr mit knapp sieben Prozent Wirtschaftswachstum nur knapp unter den Jahresanfangsprognosen gelandet. Wirklich schwach kann man das Wachstum auch nicht nennen. Somit stellt sich die Frage, womit sich die weltweiten Kursrücksetzer fundamental rechtfertigen lassen.

Ein weiteres maßgebliches Thema in diesem Zusammenhang ist der deutlich gefallene Ölpreis. Dieser wird zunehmend stärker als Indikator der mäßigen gesamtwirtschaftlichen Situation herangezogen. Experten bestätigen allerdings immer wieder, dass der Ölpreissturz auf ein zu hohes Angebot zurückzuführen ist. Die Lagerbestände sind nach wie vor hoch und die Ölförderländer schränken die Produktion nicht ein. Das führt zu sinkenden Preisen, obwohl die Nachfrage nach Öl weiterhin stabil ist. Dies belastet Länder, die über eine große Ölinfrastruktur verfügen, wie zum Beispiel Saudi Arabien, Russland und Brasilien. Andererseits stimulieren die niedrigen Ölpreise den Konsum insbesondere in solchen Ländern, die Öl importieren müssen.

Daher zählen nahezu alle Staaten der Euro-Zone zu den Profiteuren des Ölpreis-Crashs. Ohnehin erscheinen die europäischen Aktientitel nach den letzten Kursrücksetzern attraktiv bewertet. Die entsprechenden Kennziffern liegen wieder unterhalb der langfristigen Durchschnittswerte.

Im heimischen Leitindex DAX kann man Qualitätstitel mit Dividendenrenditen von vier bis fünf Prozent finden. Selbst bei mittelfristig seitwärts tendierenden Märkten ergeben sich somit Renditen, die deutlich über denen im Zinsmarkt liegen sollten.

Da ich nach wie vor eine langanhaltende Niedrigzinsphase erwarte, empfehle ich für die langfristige Geldanlage ausgesuchte europäische Dividendentitel in Korrekturphasen zu kaufen.

AUTOR OLIVER EILAND IST ANLAGEEXPERTE DER VOLKSBANK NIEDERRHEIN

Quelle: RP
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