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Moers
Ein Spaziergang durch die Moerser Geschichte

Moers: Ein Spaziergang durch die Moerser Geschichte
Gästeführerin Eva-Maria Eifert wusste den Teilnehmern beim Rundgang durch die Moerser Gassen Wissenswertes zu vermitteln. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Historischen Stadtführungen bieten die Möglichkeit, das alte und neue Moers zu entdecken. Eva-Maria Eifert entführte ihre Gäste gleich zweimal in die verschiedenen Epochen der Stadtentwicklung. Von Sabine Hannemann

Treffpunkt Kapelle Rheinberger Straße/Ecke Mühlenstaße heißt es für die historisch interessierte Gruppe, die sich mit Gästeführerin Eva-Maria Eifert auf die Spuren Moerser Stadtgeschichte begibt. Mit ihr, der Architektin, die bei der Stadt Krefeld beschäftigt ist, gelingt bei der Zeitreise durch Jahrhunderte der Blick auf die vielschichtige städtebauliche Entwicklung in Moers. Das Areal um die Kapelle gilt als die Urzelle von Moers. "Murse" wird erstmals in den Heberegistern vom Kloster Werden um 900 n. Chr. Erwähnt. "Wir sprechen hier vom alten Dorf Moers", sagt Eva-Maria Eifert auch mit Blick auf die Friedhofskapelle und räumt zugleich mit einer Legende auf, die an dieser Stelle entstand. Zwar reihen sich um die Fläche verschieden große Grabsteine, "doch hier befand sich kein jüdischer Friedhof. Vielmehr hat man die alten Grabsteine einfach aufgestellt", sagt Eifert.

In den nächsten zwei Stunden wird sie ihre Besuchergruppe durch Moers über die Friedrich- und Burgstraße, die Fiesel- und Neustraße führen, sie kurz mit den Grafen von Moerser bekannt machen. Die Gäste erleben die Zeit der Oranier, Spanier wie auch die der Preußen. Die Straßen wie Häuser geben davon Zeugnis ab. Rund zwei Stunden dauert die Führung. Dabei lernen die Gäste Moers als die Stadt mit vier Stadttoren, vier Rathäusern und vier Bahnhöfen kennen. Unter dem Motto "Einblicke, Ausblicke und Rückblicke" macht Gästeführerin Eifert zunächst Station an der Kreuzung in Höhe des traditionsreichen Lokals "Zur Trotzburg".

Wie sich an dieser Stelle die Stadt ab 1952 entwickelte, dokumentiert sie an diversen alten Fotos und Karten. Sie lenkt den Blick weiter auf das heutige Bildungszentrum, dort wo in früheren Jahren das Wilhelm-Schroeder-Bad stand. Aber wer war dieser Mann, nach dem das Bad benannt wurde? Die Antwort überrascht dann doch, denn Schroeder stammte aus der Samt-und-Seiden-Stadt Krefeld. In Moers betrieb er Ende des 19. Jahrhunderts eine Textilfabrik. Doch der Bergbau übernahm Anfang des 20. Jahrhunderts in Moers das Zepter, zumal auch die Verdienstmöglichkeiten besser ausfielen als in der Textilbranche.

Weiter geht es in die Altstadt, zur Friedrichstraße. Thema ist die Altstadtsanierung, die glücklicherweise unter Zugeständnissen im Bereich der städtebaulichen Weiterentwicklung gelungen ist und heute als Erfolgsgeschichte gilt. Abriss von alten wie maroden Stadtteilen sei in den 1960er- und 1970er Jahren die Form von Modernität gewesen, so Eifert. In diesem Fall gab Anfang der 1960er Jahre der neue Dezernent und Oberbaurat Heinz Oppers aber den Weg vor. Das Deilmann-Gutachten setzte auf Stadterneuerung wie -sanierung, auf die Kombination von Alt und Neu und rettete die Altstadt. Von der Altstadt führt der Weg in die Neustadt, vorbei am Altstadtquartier Bügeleisen, dem Kastellplatz. Eifert bezeichnet es mit den Schulen als "geistigen Mittelpunkt" der Stadt. Für Ute Giesen war es ein gelungener Rundgang. "Ich habe viel Neues gehört. Dabei wohnen ich schon lange in Moers." Für Agnes und Stephan Göttel ist die Teilnahme ab sofort ein Muss. Sie gönnten sich das komplette Paket Geschichte. So gingen sie gestern bei der zweiten Stadtführung mit. Stephan Göttel: "Wir fahren in andere Städte und machen wie selbstverständlich eine Stadtführung mit. Moers hatten wir vernachlässigt."

Quelle: RP
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