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Moers
Ein Videotagebuch aus dem Weltall

Moers. Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Repelen haben in einer Projektwoche eigene Trickfilme produziert. Sie haben sich dafür die Themen "Leben auf anderen Planeten" und "Leben in der Zukunft ausgesucht". Von Elena Erbrich

Auf der Leinwand flimmern Kurzfilme. Das Publikum ist ganz aufgeregt und neugierig. Das liegt auch daran, dass die Jungen und Mädchen gleichzeitig die Macher der Filme sind und nun das Ergebnis ihrer Arbeit sehen. Vier vierte Klassen der Gemeinschaftsgrundschule Repelen haben in einer Projektwoche Trickfilme produziert.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Moerser Bibliothek. Auch schon in den vergangenen Jahren haben diese und die Gemeinschaftsgrundschule zusammengearbeitet. Es gab schon Schreibwerkstätten, Lesungen, Filmwerkstätten und vieles mehr. "Diesmal wollten wir allen Viertklässlern ermöglichen, an der Projektwoche teilzunehmen, deshalb auch das Thema Trickfilm und nicht Filmwerkstatt, weil das mit so vielen Schülern nicht machbar ist", sagte Volker Kuinke, Leiter der Bibliothekszweigstelle Repelen. Bei Filmprojekten wären nicht alle Kinder durchgängig beschäftigt, bei dem Trickfilmprojekt hingegen schon. "Mit solchen multimedialen Projekten kann man Kinder packen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg", sagte Kuinke. Ort der produktiven Arbeit war der Veranstaltungsraum der Sparkassenzweigstelle Repelen. Vier Tage lang ging die Projektwoche, pro Tag produzierte eine Schulklasse Trickfilme. Unterstützt wurden die Schüler dabei von dem Medienpädagogen und Kameramann Tom Birke und Nils Franz von der Bildungseinrichtung Akki (Aktion und Kultur mit Kindern) aus Düsseldorf. Nicht nur die Schüler freuten sich im Vorfeld auf die Woche, sondern auch die Lehrer. "Oft haben die Lehrer Angst, dass die Schüler bei solchen Veranstaltungen über Tische und Bänke klettern, aber die Kollegen, die vergangenes Jahr dabei waren, waren so begeistert, dass die Lehrer dieses Jahr unbedingt mit ihren Klassen mitmachen wollten", berichtete Schulleiterin Alexandra Wirth.

Entstanden sind in den vier Tagen 35 Kurzfilme und daraus ein 18 Minuten langer Film. Themen der Filme waren das Leben auf anderen Planeten und die Zukunft. Das haben sich die Kinder ausgesucht. Jeder Film soll ein Videotagebuch sein, gesendet von dem Raumschiff "MS Repelen". Mit mitgebrachtem Spielzeug wie zum Beispiel Playmobil, Lego und mit Spielzeugautos haben die Kinder Geschichten erzählt. "Für uns Erwachsene war nicht immer so ganz erkenntlich, worum es in den Filmen geht, aber den Kindern war immer alles ganz klar", sagte Tom Birke. Mit seinem Kollegen Nils Franz half er den Kindern beim Filmen und Schneiden. Und natürlich lernten diese erst einmal, wie Trickfilme überhaupt gemacht werden. Zwölfeinhalb Bilder mussten sie einfangen, um eine Minute Film zu bekommen. Für jedes Bild verrückten sie die Figuren ein kleines bisschen. "Die Kinder haben sehr selbstständig gearbeitet. Wir haben ihnen aber geholfen. Zum Beispiel wussten sie nicht, wie sie ein Flugzeug mit ins Bild bringen können, ohne die Hand mit im Bild zu haben. Wir haben ihnen dann gezeigt, wie man das mit einem durchsichtigen Faden machen kann", sagte Birke. Die Kinder hätten während der Woche ihre Medienkompetenz gestärkt und gut zusammengearbeitet. Birke freut sich über die Rückmeldung der Kinder. "Sie haben sogar gefragt, ob sie in die Pause müssen oder ob sie auch weiter arbeiten können", sagt er . "Ein Schüler meinte, dass er die vierte Klasse noch einmal wiederholen will, damit er nächstes Jahr wieder bei dem Projekt mitmachen kann."

Am vergangenen Freitag schauten sich die vier Klassen, insgesamt 87 Kinder, dann das Ergebnis der Projektwoche an. Viele Kurzfilme zeigten Tiere in einer bunten Umgebung, gebastelt aus Papier. "Die Themen Zoo und Bauernhof kommen in den Filmen oft vor", stellt Birke fest. In dem Kurzfilm von Zoe Marlis und ihren Klassenkameraden geht es hingegen ums Tanzen. "Wir haben den Film mit Playmobil-Männchen gedreht", erklärt die Zehnjährige. "Ich bin selber in einer Tanz-AG und wollte deswegen gerne einen Tanzfilm machen."

Quelle: RP
 
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