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Rheinische Post & Volksbank Niederrhein Präsentieren Handwerk 4.0
Eine Ausbildung als Tor zur Welt

Rheinische Post & Volksbank Niederrhein Präsentieren Handwerk 4.0: Eine Ausbildung als Tor zur Welt
Friederike Höfer-Wolters ist die Chefin im Waldrestaurant Höfer. FOTO: Rp-Foto; Christoph Reichwein
Moers. Friederike Höfer-Wolters ist Köchin und Restaurantfachfrau. Seit Januar führt die 32-Jährige das Waldrestaurant Höfer, das ihr Vater vor 40 Jahren gebaut hat. Sie hat nicht nur neue Speisen eingeführt, sondern auch die Buchführung digitalisiert. Von Heidrun Jasper

sonsbeck Viele Köche verderben nicht immer den Brei, und im Waldrestaurant Höfer könnte Friederike Höfer-Wolters ohne ihre vier Köche einpacken. Zwar wäre es für die 32-Jährige kein Problem, in der großen Küche in dem Restaurant einzuspringen. Denn sie hat Köchin gelernt, teils in Hamburg, teils auf Sylt. Aber bisher war das nicht nötig, und ab dem 1. August fängt bei Höfer auch eine Neue an, lässt sich zur Köchin ausbilden.

Schwieriger ist es da schon, eine Servicekraft zu bekommen - ein Berufszweig, den Friederike Höfer-Wolters ebenfalls von der Pike auf gelernt hat: In der "Linde" in Repelen hat sie sich zur Restaurantfachfrau ausbilden lassen. "Das hat mir sehr viel Spaß gemacht", erzählt die Mutter von drei kleinen Kindern (die beiden Töchter sind sieben und fünf Jahre jung, der Sohn gerade einmal zwölf Monate alt), die seit zwei Jahren jemanden sucht, der/die sich bei ihr zum/zur Restaurantfachmann/-frau ausbilden lassen will. Allein: "Es gibt gefühlt 1000 freie Stellen, da können die jungen Leute wählen, wo sie gerne arbeiten würden". Hauptschulabschluss, ein bisschen was auf dem Kasten und ein gutes Auftreten: Das seien die Grundvoraussetzungen, um einen Ausbildungsplatz zur Restaurantfachfrau zu bekommen, sagt Chefin Höfer-Wolters.

Sicher, die Arbeitszeiten halten so manchen davon ab, sich zum Koch oder zur Restaurantfachkraft ausbilden zu lassen. Und auch die Tariflöhne seien nicht gerade sehr gut, gibt sie zu ("wir zahlen aber übertariflich"). Allerdings habe sich wegen des Geldes noch niemand für den Beruf Koch oder Restaurantfachkraft entschieden, sondern deswegen, weil er das Tor zur Welt sei. Auch sie hätte nach der Ausbildung sofort als Restaurantleiterin auf der MS Europa anheuern können. Allerdings stach das Schiff dann doch ohne sie in See: Vor der letzten notwendigen Impfung kündigte sich die ältere Tochter an!

Am 1. Januar hat Friederike Höfer-Wolters, deren Mann Julian einen landwirtschaftlichen Betrieb hat, das Restaurant, idyllisch im Winkelschen Busch direkt an der Reithalle von Graf Haeseler gelegen, von den Eltern übernommen. Acht feste Kräfte (vier Köche, drei im Service und einen, der sich unter anderem um die Außenanlagen kümmert) und 15 Aushilfen gehören zu ihrem Team. Ihr Vater Heinz-Gerd Höfer, selber Koch, hat das Waldrestaurant vor 40 Jahren gebaut; da war er gerade 26 Jahre alt. Ihre Mutter Iris, Restaurantfachfrau, hat sich um den kompletten Service-Bereich gekümmert und hilft auch heute noch aus, wenn es sich mal knubbelt.

Viele Köche haben in den 40 Jahren in dem Waldrestaurant gelernt, einer davon, der vor 36 Jahren hier seine Lehre angefangen hat, steht noch immer bei Höfer in der Küche. Ein anderer, der bei Heinz-Gerd Höfer das Handwerk von der Pike auf gelernt hat, ist Benedikt Schulte, der lange Zeit Chefkoch in Hamburg war und noch heute ab und an vorbei kommt. 230 Sitzplätze innen, 60 im Biergarten, 30 auf dem umlaufenden Balkon mit Blick auf die Reitanlage gibt es im Waldrestaurant Höfer, montags und dienstags ist geschlossen - der Kinder wegen. Und damit Friederike Höfer-Wolters Zeit für den Facebook-Auftritt, die Internetseite, Werbung und den "Bürokram" hat, den sie - die Zeit der Aktenordner ist passé - sukzessive digitalisiert hat.

Die Speisenkarte hat sie nur wenig verändert, um den Niederrhein-Burger (Schweinebraten im Kartoffelbrötchen) und frischen Fisch auf Ratatouille erweitert, um nur zwei zu nennen. Sonntagsabends wird Flammlachs-Grillen angeboten, nächsten Sommer will sie regelmäßig ein Comedy-Programm installieren. Das Wildgulasch findet man nach wie vor auf der Speisekarte - genauso wie den Braten mit Gemüse und Petersilien-Kartoffeln.

www.waldrestaurant.de

Quelle: RP
 
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