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Moers
Eine neue Bleibe für den Bunten Tisch

Moers: Eine neue Bleibe für den Bunten Tisch
Im Garten der Kulturen: Amar Azzoug (Mitte) mit (von links) Adell Sliwa, Christina Tannous, Joao da Silva und Hayat Ketfi. Im Hintergrund sind die Container mit den Räumen des Bunten Tisches zu sehen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Der Verein, vor allem als Koordinator der Flüchtlingsarbeit bekannt, haust in maroden Containerräumen an der Kornstraße. Die Stadt will ihm neue Räume in Meerbeck anbieten. Der Neubau soll zu 80 Prozent mit Landesmitteln finanziert werden. Von Josef Pogorzalek

Vor dem Winter graut es Amar Azzoug. Der Vorsitzende des Bunten Tisches weiß: Dann wird es in den Vereinsräumen an der Kornstraße besonders ungemütlich. Die Gasheizung wird an ihre Grenzen stoßen, die Wärme wird durch Ritzen in der Konstruktion entschwinden. Längst haben die Wohncontainer ihre beste Zeit hinter sich. Vor über 20 Jahren gehörten sie zu einer Unterkunft für Asylbewerber. "Die Awo betreute hier Flüchtlingskinder", erinnert sich Azzoug. Der 1993 gegründete Bunte Tisch hat die Container Ende der 1990er Jahre von der Stadt gemietet.

Schon lange wünschen sich Azzoug und seine Mitstreiter neue Räume. Jetzt sind sie in Sicht. Die Stadt möchte an der Fuldastraße 66 in Meerbeck eine Begegnungsstätte errichten und sie an den Bunten Tisch vermieten. An der Adresse lag früher das Jugendzentrum "Kaktus", zwischenzeitlich gab es Überlegungen, dort einen neuen Kindergarten zu errichten.

Zwar hatte Azzoug einen Standortwechsel nicht unbedingt im Sinn, mit der Fuldastraße kann er sich aber sehr gut anfreunden. Die Lage sei zentral, in Meerbeck lebten viele Flüchtlinge. Wichtig sei auch, dass der "Garten der Kulturen" mit umziehen kann. In den Jahren 2003 bis 2005 hatte der jordanische Bildhauer Nazih Oweis gemeinsam mit Schülern, Flüchtlingen und jungen Arbeitslosen im Außenbereich des Bunten Tisches einen Skulpturengarten angelegt. Die Aktion Mensch förderte das Projekt. "An der Fuldastraße könnte der Garten größer werden und zum Verweilen einladen", hofft Azzoug. Das dortige Gelände ist insgesamt 1500 Quadratmeter groß.

Auch die neue Begegnungsstätte wird mit 180 bis 200 Quadratmetern deutlich geräumiger sein als die jetzige. Insgesamt 525 000 Euro will die Stadt für den Neubau und den neuen Garten an der Fuldastraße ausgeben, 80 Prozent davon sollen vom Land kommen. Der Plan sieht vor, den Umzug des Bunten Tisches kurzfristig ins Maßnahmenpaket des "Integrierten Handlungskonzepts" für Meerbeck aufzunehmen. Spielt die Politik mit (was erwartet wird), dann kann die Stadt noch im Dezember Fördermittel für die Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtteils beantragen.

Wann die neue Begegnungsstätte in Meerbeck gebaut wird, hänge von der Förderzusage des Landes ab, sagte gestern Stadtsprecher Thorsten Schröder. Gut möglich, dass sie erst Mitte 2016 kommt. Bis der Bunte Tisch umzieht, kann es also 2017 werden. So lange wolle die Stadt die maroden Vereinscontainer an der Kornstraße bestmöglich in Schuss halten. Nach dem Umzug kann das Gelände dann als Bauland vermarktet werden. Rundherum sind in den vergangenen Jahren bereits neue Wohnhäuser entstanden.

"Wir leben schon so lange perspektivisch, da machen zwei Jahre nicht mehr viel aus", meinte Amar Azzoug gestern zur Zeitachse. Er freut sich auf die neuen Schulungs- und Büroräume. "An der Kornstraße platzen wir aus allen Nähten." Der Bunte Tisch hat sich der Förderung des Miteinanders der Kulturen verschrieben. Seit Monaten steht er vor allem als Koordinator der Flüchtlingsarbeit in Moers im Fokus. Der Verein hat derzeit vier hauptamtliche Mitarbeiter, ein fünfter kommt im Dezember dazu. Außerdem gibt es rund 150 Ehrenamtliche, die zum Beispiel Sprachkurse für Flüchtlinge erteilen.

Quelle: RP
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