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Moers
Eine Seifenkiste nach großem Vorbild

Moers: Eine Seifenkiste nach großem Vorbild
Leuchtend blaue Holzkarosse mit Blaulicht und einem echten Mercedes-Logo: Die Seifenkiste ist ein Nachbau des Original Gerätekraftwagen Lkw 89111. Bis auf Achse und Bremsen ist das Fahrzeug komplett aus Holz. Rund ein halbes Jahr haben die Jugendlichen daran gebaut. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Am 12. Juni fahren beim Moerser Seifenkistenrennen wieder Hobbybastler um die Wette. Die THW-Jugend des Ortsverbandes Moers macht auch mit und hat einen Gerätekraftwagen des Technischen Hilfswerkes im Miniformat nachgebaut. Von Birgit Lameyer

Die THW-Jugend des Ortsverbandes Moers hat inzwischen schon die zweite Seifenkiste gebaut. Im Juni wollen die Jugendlichen mit ihrem Gerätekraftwagen im Miniformat wieder beim Seifenkistenrennen im Freizeitpark an den Start gehen. Auch als Helfer ist der THW bei den beliebten Rennen in Emmerich und Moers schon seit Jahren dabei.

Leuchtend blaue Holzkarosse, der Holzsitz passt gerade für einen schlanken Fahrer, ein Lenkrad und dazu Bremse und Achse aus Eisen: Auf zwei Metern länge ist alles untergebracht, was nötig ist, um an Rennen teilzunehmen. Bis auf Achse und Bremsen ist das Fahrzeug komplett aus Holz. Die erste Seifenkiste wurde vor etwa zwei Jahren noch unter der Regie des ehemaligen Jugendbetreuers gebaut. Viel Schweiß und Arbeitszeit hat es gekostet. Der Bau dauerte etwa ein halbes Jahr. Und die Jugendlichen sind stolz auf den Mini-Nachbau des Originals ihres Mercedes Benz 1113 B. An zwei Rennen im Jahr nehmen sie teil. Es gibt auch Blaulicht und sogar ein echtes Mercedes-Logo. "Wie ein richtiger THW-Wagen eben", sagt Niklas Fischer, (14). Maxi Lond,(13), hat nicht nur mitgebaut sondern ist schon selber Rennen gefahren. Er war unter anderem für die Technik zuständig: "Ich habe halt `ne Feder eingesetzt und geschraubt, die Bremse funktioniert mit einem Gummistopper", erklärt er.

Auch Lukas Wald (15) hat schon am Steuer gesessen. Er mag besonders die Spannung, wenn es an den Start geht: "Immer zwei Wagen treten gegeneinander an. Man wird auf eine Rampe gestellt, der Knopf gelöst und dann bist du innerhalb von zwei Sekunden wieder unten!" Etwa 20 Stundenkilometer werden es schon sein, schätzt er, dann wird es natürlich immer langsamer. Vor dem Wettkampf dürfen alle Teilnehmer die Teststrecke vorher ausgiebig nutzen, bei einigen Wettbewerben allerdings nur, wenn sie die TÜV-Abnahme bestanden und auch das Höchstgewicht nicht überschritten haben. Aber nicht nur auf die Schnelligkeit kommt es an, auch auf das Aussehen. Denn auch in der Kategorie "Fun" werden Preise vergeben. Es gebe alle möglichen Varianten, sogar fahrende Windräder oder mit Legomännchen geschmückte Seifenkisten. Die erste Seifenkiste wurde noch unter der Regie des ehemaligen Jugendbetreuers gebaut, verrät René Malke (24). "Das Original ist übrigens nicht mehr auf dem Gelände an der Homberger Straße, sondern wird inzwischen zum Katastrophenschutz in Tunesien eingesetzt."

Auch über Pannen können die Jugendlichen berichten: In Emmerich sei die Strecke so holperig und kurvenreich, dass die Bremse kaputtging. Deshalb sei der zweite- weniger aufwändige Wagen- gebaut worden. "Es gibt dort kaum Regeln", sagt einer aus dem Team, daher konnten sie für Emmerich auf das Gerüst eines alten Kettcars zurückgreifen. Die Achse wurde verbreitert, die Lenkung verbessert. Das dauerte nur zwei bis drei Wochen. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt, in Emmerich habe es auch schon Teilnehmer gegeben, die ihre Seifenkisten aus einem alten Müllcontainer bauten.

Das erste Rennen in Moers fand 2014 noch auf der Homberger Straße statt, erinnert sich René Malke. . Im Folgejahr sei das Spektakel dann in den Park verlegt worden. Einzelpersonen, aber auch Gruppe beispielsweise Vereine und Schulen können mitmachen und es gilt, gewisse Bauvorschriften einzuhalten. In diesem Jahr können beim "Fun-Cup" auch Erwachsene mitmachen. Beim "Speed-Cup" dürfen alle zwischen 8 und 18 Jahren teilnehmen.

Der THW geht auch beim Moerser Seifenkistenrennen am Sonntag, den 12. Juni an den Start. Von 10 Uhr 30 bis 18 Uhr treffen sich Fahrer und Schaulustige im Freizeitpark. Mehr Infos gibt es hier. 

Quelle: RP
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