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Moers
Einzelhandel wirbt für Einkauf in der "Heimat"

Moers: Einzelhandel wirbt für Einkauf in der "Heimat"
Mit einem Aktionstag treten Geschäfte in der Moerser Innenstadt dem zunehmenden Internethandel entgegen. FOTO: dpa
Moers. Neulich hat Klaus Fabritz einen Akku für ein altes Laptop gebraucht. Wo hat er es gekauft? Im Internet natürlich. Das Ersatzteil in einem Moerser Geschäft zu suchen, hätte wenig Sinn gehabt, gibt der Chef eines Fotoateliers an der Steinstraße zu.

In einem solchen Fall spreche nichts gegen den Internethandel, sagte Fabritz gestern. Gemeinsam mit anderen Einzelhändlern stemmt er sich aber gegen den wachsenden Trend, auch Hemd und Hose, Hausrat und Hobbyartikel, die im Geschäft ums Eck zu haben sind, per Mausklick zu kaufen. "Das geht den Händlern vor Ort an die Substanz."

Am Samstag, 12. September, wollen Einzelhändler den Besuchern der Innenstadt in Gesprächen und Aktionen darstellen, warum es besser sei, in Moers statt im Internet einzukaufen. "Heimat shoppen" heißt der Aktionstag, der auf Initiative der Niederrheinischen IHK in insgesamt 29 Kommunen zwischen Duisburg und Kleve stattfindet. In Moers legen sich Werbering, Moers Marketing und die Wirtschaftsförderung der Stadt gemeinsam für den stationären Einzelhandel ins Zeug. Die Läden werden mit Luftballons und Plakaten die Blicke auf sich ziehen und rote Teppiche für ihre Kunden ausrollen. Wer einen Infostand am Neumarkt besucht, bekommt einen Apfel geschenkt ("Auf dem Moerser Wochenmarkt gekauft", so Fabritz) und darf, sozusagen als Bekenntnis zur Einkaufsstadt Moers, vor einer Moers-Kulisse ein Selfie machen.

"Wir wollen in den Dialog mit den Menschen treten", schilderte gestern Michael Birr, Geschäftsführer der Moers Marketing, das Ziel. Nach Angaben des Instituts für Handelsforschung Köln lag der Umsatz des Online-Handels in Deutschland 2014 bei gut 40 Milliarden Euro. Fast jeder zehnte Euro werde im Internet ausgegeben - Tendenz steigend. Bei den Gründen rangieren die Suche nach Schnäppchen und Bequemlichkeit vorne. Die Entwicklung ist natürlich nicht nur auf Moers oder Deutschland beschränkt. "Das ist eine globale Revolution", sagte Birr.

Dabei gebe es beste Gründe, sein Geld im örtlichen Geschäft auszugeben. Einige stehen auf einem Faltblatt, das am 12. September verteilt wird: zum Beispiel Beratung und Service, Engagement des Einzelhandels für das Brauchtum und das Vereinsleben, Erhalt der Vielfalt von Einkaufsmöglichkeiten und der Gastronomie. "Bei uns kann man die Waren vor dem Kauf ansehen und anfassen", hob Fabritz gestern hervor. Und Jens Heidenreich, Wirtschaftsförderer bei der Stadt betonte: "Der Einzelhandel ist wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens. Die Betriebe zahlen Gewerbesteuern und begründen den Ruf von Moers als Einkaufsstadt." Der Aktionstag sei "eine große Chance für den Einzelhandel, seine Serviceleistung zu vermitteln." Heidenreich kündigte an, dass Wirtschaftsförderung, Werbering und Immobilienstandortgemeinschaft (ISG) künftig weiter am Thema "Einzelhandel der Zukunft" arbeiten wollen.

Nicht zu vergessen die Bedeutung des Einzelhandels als Arbeitgeber und Ausbilder. Genaue Zahlen dazu gebe es nicht, sagte Fabritz. "Aber im Kerngebiet der Stadt gibt es rund 300 Geschäfte. Wenn jedes im Schnitt nur 1,5 Personen beschäftigt, sind wir schon bei 450 Arbeitsplätzen." Josef Pogorzalek

Quelle: RP
 
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