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Moers
Elektronische Effekte zu tiefer Stimme

Moers: Elektronische Effekte zu tiefer Stimme
Die Band "Knower"beim Mojaaz-Festival im Bollwerk 107. Weniger opulent als die Optik geriet indes die musikalische Darbietung. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Eine Vielzahl vom Computeranimationen begleiten den Auftritt der US-Band "Knower" im Bollwerk. Von Host Caspers

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr fand am Samstagabend das zweite "Mojazz Festival" im "Bollwerk 107" statt. Bereits am Nachmittag hatten die Veranstalter zu zwei Workshops eingeladen. Nachdem sich die Teilnehmer bei einem juristischen Vortrag zunächst mit dem Thema "Die Band als Gesellschaft bürgerlichen Rechts" beschäftigen konnten, gab die Band "Knower", die als Headliner des Festivals aus Los Angeles nach Moers gekommen war, anschließend Ratschläge zu Fragen der Kompositionslehre und der musikalischen Arrangements.

Das Konzert selbst wurde am Abend von der Kölner Band "Salomea" eröffnet. Das Quartett, das im Jahr 2013 von der Sängerin Rebekka Salomea Ziegler gegründet worden ist, trat in einer Besetzung mit Keyboard, Bass und Schlagzeug auf und verband elektronische Effekte mit großflächigen Improvisationen aller drei Instrumente. Mit ihrer überraschend tiefen Stimme, die vielfach mit starkem Hall unterlegt war, wechselte Ziegler dabei stetig zwischen experimentellen Gesangspassagen und erzählerischen Abschnitten. Die Gruppe wird am Pfingstwochenende auch auf dem "moers festival" vertreten sein.

Das "Mojazz Festival" wurde mit der Hamburger Band "Pecco Billo" fortgesetzt. Die sieben Musiker, die sich online bei den Veranstaltern um einen Auftritt beworben hatten, spielten eine überaus originelle Mischung aus deutschsprachigem Rap, Elementen des Funk und Bigband-Arrangements. Während der Sänger und Schlagzeuger Silvan Strauß gemeinsam mit dem Perkussionisten Samuel Wootton den lässigen Rhythmus der Gruppe vorgab, legte ein Saxophon-Trio begleitet von Bass und Gitarre einen dichten Bläser-Sound darüber. Aufgrund ihres lockeren Auftretens und ihres erfrischenden und anspruchsvollen Sounds sorgte die Band beim Moerser Publikum für ausgelassene Party-Stimmung.

Dabei zeigte sich, dass die sieben Musiker allesamt hervorragende Instrumentalisten sind, die handgemachte Musik mit einem authentischen Auftritt zu kombinieren verstehen. In völligem Gegensatz dazu stand der anschließende Auftritt des Duos "Knower" aus Los Angeles. Der Keyboarder, Perkussionist und Sänger Louis Cole und die Sängerin Genevieve Artadi haben seit 2010 erste Erfolge mit eigenen Musikvideos auf "YouTube" gefeiert. Mittlerweile unternimmt das Duo Konzert-Touren durch die USA und Europa und wird dabei immer wieder von anderen Musikern unterstützt. Ihre Musik verbindet Elektro-Pop mit Einflüssen des Techno und wird mit einer Vielzahl von Computer-Animationen unterlegt, die dem Publikum im "Bollwerk 107" auf einer Leinwand auf der Bühne präsentiert wurden. In schneller Bilderfolge huschten computeranimierte Pizza-Stücke, Hot Dogs und Hamburger über die Leinwand, während die flache Musik selbst ausgesprochen wenig Nährwert zu bieten hatte. Das Konzert endete schließlich mit der Düsseldorfer Band "John Wayne on Acid" .

Quelle: RP
 
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