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Moers
"Eltern-Haltestelle" für Eichendorffschule

Moers: "Eltern-Haltestelle" für Eichendorffschule
Vor einem Jahr wurde eine "Eltern-Haltestelle" an der Eschenburgschule eingerichtet. FOTO: Klaus Dieker/Patrick Pleul, dpa
Moers. Die Stadt will die Schulwege sicherer machen. Geplant sind eine Querungshilfe, ein Kreisverkehr sowie Haltezonen für motorisierte Eltern. Die Erfahrungen damit an der Eschenburgschule sind allerdings nicht berauschend. Von Josef Pogorzalek

Es wird gerast, wild geparkt, waghalsig rangiert: Hauptsache, die lieben Kleinen kommen pünktlich zur Schule und müssen nicht einen Schritt zu weit laufen. Das morgendliche (und mittägliche) Verkehrschaos an Schulen ist legendär. Die Stadt Moers will dagegen vorgehen. Vor einem Jahr hat sie erstmals an der Eschenburgschule in Asberg eine sogenannte Elternhaltestelle eingerichtet - eine gekennzeichnete Zone, in der motorisierte Eltern kurz anhalten können, um ihre Kinder aussteigen oder einsteigen zu lassen. Als zweite Grundschule in Moers soll die Eichendorffschule in Meerbeck-Ost einen Haltebereich für "Mama-Taxis" bekommen. Er gehört zu einem Maßnahmenbündel im Rahmen eines Schulwegplans.

Nach und nach will die Stadt alle Grundschulen mit Schulwegplänen ausstatten. Sie zeigen kindgerecht, wie die Schule sicher zu Fuß erreicht werden kann und weisen auf besondere Stellen hin. Im Vorfeld standen an der Eichendorffschule Gespräche von Vertretern der Stadt mit der Schulleitung, Elternvertretern und der Polizei. Anschließend wurden die Eltern aller Schülerinnen und Schüler über Fragebögen kontaktiert. Die Stadtverwaltung wollte wissen, über welche Straßen die Kinder die Schule erreichen, welche Gefahrenstellen die Eltern ausgemacht haben und welche Verbesserungsvorschläge sie hatten.

Nach Auswertung der Fragebögen hat die Stadt Maßnahmen zur Schulwegsicherung entwickelt. So wird am Schuleingang Hattropstraße voraussichtlich im Herbst ein Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen angelegt und die Kreuzung Hattropstraße, Meteorstraße und Gleiwitzer Straße, auf der zurzeit "rechts vor links" gilt, wird (im Herbst 2018) in einen "Minikreisverkehr" umgewandelt. Beides soll helfen, künftig Probleme durch "Mama-Taxis" zu vermeiden.

Die Elternhaltestelle soll erst nach Vollendung des Kreisverkehrs ausgewiesen werden. Werner Wollschläger, Leiter der Eschenburgschule, warnt davor, zu viel davon zu erwarten. "Das schadet nicht, aber man sollte sich nicht einbilden, dass das Problem dadurch beseitigt wird", sagt er nach einem Jahr Erfahrung. Viele Eltern kümmerten sich nicht um die ausgewiesenen Haltezonen. "Die Renitenz mancher Mitbürger ist erstaunlich."

Als weitere Maßnahme der Schulwegsicherung an der Eichendorffschule ist eine Mittelinsel auf der Bahnenstraße an der Einmündung Hattropstraße vorgesehen. Sie soll die Querung der Straße für Fußgänger erleichtern. Nach Abschluss aller Maßnahmen bekommen die Kinder und ihre Eltern einen gedruckten Plan an die Hand, in dem ihr Schulweg mit Hinweisen zur Sicherheit dokumentiert ist.

Einen solchen Plan haben vor einem Jahr auch die Kinder der Eschenburgschule erstmals bekommen. Den Plan findet Schulleiter Wollschläger nützlich und sinnvoll. "Die Kinder bekommen ihn bei der Einschulung", sagt er. Der Plan sei auch ein verbindliches Thema für den Sachunterricht, wo er von Lehrern und Schülern gemeinsam durchgenommen wird.

Quelle: RP
 
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