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Moers
Enni: Ärger über Müll auf dem Friedhof

Moers: Enni: Ärger über Müll auf dem Friedhof
Überquellende Müllgefäße auf dem Friedhof Hülsdonk. FOTO: Stock
Moers. Am Wochenende verschandelten überquellende Müllgefäße den Friedhof in Hülsdonk. Kein Einzelfall: Immer wieder beschweren Bürger sich über Müll auf öffentlichen Plätzen und Wegen. Zuständig für die Abfuhr ist die Enni. Von Jürgen Stock

Die alte Frau mit der Gießkanne in der Hand schüttelt den Kopf: "Sieht das nicht furchtbar aus", fragt sie und weist auf eine Ansammlung überquellender Müllgefäße gleich hinter dem Haupteingang des Hülsdonker Friedhofs. "So sah das schon das ganze Wochenende aus." Tatsächlich sind nicht nur die Deckel der Müllcontainer nicht mehr zu schließen: Papier aus den Tonnen weht über die Gräber, Astschnitt, eine zerbrochene Harke und eine kaputte Grab-Laterne ergänzen das schaurige Ensemble.

Eine Nachfrage bei der Friedhofsverwaltung ergibt, dass die Probleme dort durchaus bekannt sind. Bereits am Donnerstag sei absehbar gewesen, dass das Volumen der Gefäße nicht ausreiche, sagt ein Mitarbeiter. Daher habe man die Abholung des Mülls beantragt. Das daure in der Regel zwei Tage. Und dann sei ja auch noch das Wochenende da. "Hoffentlich wird er heute abgeholt."

Erst in der vergangenen Woche hatten Bürger sich über Berge von Sperrmüll geärgert, die tagelang vor den Flüchtlingsunterkünften an der Essenberger Straße gelagert hatten. "Das kommt da immer wieder vor", sagt Gabriele Kaenders, Ratsfrau der Linken. Sie will beobachtet haben, dass sich die Situation verschärft habe, nachdem Afrikaner dort aus- und Sinti und Roma eingezogen seien.

Doch nicht nur die Übergangsunterkünfte an der Ecke Römerstraße / Essenberger Straße machen Negativ-Schlagzeilen. Anlieger beschweren sich auch über überfüllte Mülltonnen und illegal abgelegten Müll aus dem Wohnblock gegenüber.

Beide Fälle hängen möglicherweise zusammen. Die Stadt, die zuständig ist für die Beantragung der Sperrmüllabfuhr aus den Flüchtlingsunterkünften, ist überzeugt davon, dass der unerlaubt vor den Unterkünften abgestellte Unrat nicht nur von den Flüchtlingen stammt. "Dazu sind die Mengen viel zu groß", sagt Klaus Janczyk, Sprecher der Verwaltung. Zudem stünde den Bewohnern für Sperrmüll eine Garage zur Verfügung. Er vermutet, dass Anlieger sich über Nacht ihres Mülls entledigen, wenn sie sehen, dass vor den Unterkünften angemeldeter Sperrmüll steht. Unausgesprochen steht die Vermutung im Raum, dass es sich dabei auch um Müll der Mieter von gegenüber handeln könnte. Denen werden jetzt größere Mülltonnen vor die Tür gestellt. Das teilt Enni-Geschäftsführer Lutz Hormes mit. Der Hauseigentümer muss dann zahlen - und wird die Müllgebührenvermutlich auf die Mieter umlegen.

Was die Situation auf dem Hülsdonker Friedhof angeht, räumt Hormes offen eine Panne ein. "Im Winter wird der Abfall von den Friedhöfen nur auf Anforderung abgeholt, weil in der kalten Jahreszeit weniger anfällt. In der Übergangszeit sollen die Friedhöfe zusätzlich einmal pro Woche angefahren werden. Das hat im vorliegenden Fall einfach nicht funktioniert." Es sei aber bereits sichergestellt, dass die Behälter geleert werden.

Quelle: RP
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