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Moers
Enni: In unserer Region gibt es keine Nitratprobleme

Moers. Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Umso mehr verunsichern die Meldungen über zu hohe Nitratwerte im Grundwasser auch Verbraucher am Niederrhein. Bei der Enni verfolgen die verantwortlichen Experten die aktuelle Diskussion eher gelassen. Der Moerser Wasserlieferant hat hier früh Gegenmaßnahmen eingeleitet und betreibt in seinen Gewinnungsgebieten seit gut zwanzig Jahren vorbeugenden Gewässerschutz. Diese Strategie trägt laut Geschäftsführer Stefan Krämer sichtbare Früchte: "Das aus unseren Brunnen stammende Grundwasser hat einen Nitratgehalt weit unter den Grenzwerten", erklärt Enni-Geschäftsführer Krämer. "Durch unsere aktive Kooperation mit den in Moers und Neukirchen-Vluyn wirtschaftenden Landwirten gibt es bei uns kein Nitratproblem", erklärt er. Die Enni hat laut eigener Aussage mehr als 140.000 Wasserkunden.

Als einer der großen Trinkwasserlieferanten am Niederrhein fördert das Unternehmen täglich rund 21.000 Kubikmeter. Rund 7,3 Millionen Kubikmeter verließen so alleine im vergangenen Jahr die drei Wasserwerke in Moers-Vinn und Niep-Süsselheide. Rund um die Brunnen sorgt ein Bündel schonender Maßnahmen dafür, dass Inhaltsstoffe des Grundwassers die Grenzwerte stets deutlich unterschreiten. Der Nitratwert etwa liegt seit Jahren nie über 20 Milligramm pro Liter, die Trinkwasserverordnung in Deutschland ließe einen Wert von 50 Milligramm pro Liter zu, teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Schlüssel zum Erfolg sei dabei die enge Zusammenarbeit mit mehr als 40 landwirtschaftlichen Betrieben in den Wassereinzugsgebieten. Mit denen kooperiert die Enni und pflegt hier auch über einen durch das Unternehmen finanzierten und bei der Landwirtschaftskammer Kleve/Wesel beschäftigten Berater engen Kontakt. Dabei setze das gemeinsam auch mit dem zuständigen Enni-Wassermeister Bernd Kamradt entwickelte Maßnahmenpaket auf eine gewässerschonende Landbewirtschaftung ohne Ertragseinbußen. Zwei wesentliche Eckpfeiler sind dabei der gerade in der vegetationsarmen Zeit betriebene Anbau von sogenannten Zwischenfrüchten und eine konsequente Beprobung der Böden. "Senf oder Ölrettich beispielsweise bleiben den Winter über auf den Feldern stehen und speichern nicht genutzten Stickstoff in Wurzeln, Stängeln und Blättern. Die am Niederrhein häufig starken Niederschläge haben so keine Chance, den Stickstoff aus dem Boden zu waschen und ihn in das Grundwasser zu spülen", so Kamradt. Zudem setzt die Kooperation darauf, gewässergefährdende Pflanzen- und Schädlingsbekämpfungsmittel zu vermeiden und rund um die Brunnen eine extensive Bewirtschaftung der Äcker zu betreiben. In Vinn sind so auf 50 Hektar Grünflächen entstanden, auf denen Landwirte auf Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel verzichten.

Quelle: RP
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