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Moers
Enni macht für Allerheiligen sauber

Moers: Enni macht für Allerheiligen sauber
Karl-Heinz Koelen, Enni-Sachgebietsleiter Friedhof und Bestattungen (kurz: Friedhofsmeister), mit Johann Staszewski (rechts) und Melanie Ewert (hinten) auf dem Zentralfriedhof in Hülsdonk. FOTO: Marcus Koopmann
Moers. Am morgigen Feiertag besuchen Katholiken die Friedhöfe, um an den Gräbern ihrer Angehörigen zu gedenken. 18 Enni-Mitarbeiter sind für die Pflege der Friedhöfe zuständig. Vor allem mit dem Herbstlaub haben sie derzeit alle Hände voll zu tun. Von Josef Pogorzalek

Das Feld rund um die Amerikanische Eiche auf dem Moerser Zentralfriedhof war eigentlich schon sauber. Jetzt bedeckt erneut eine dicke Schicht brauner Blätter die Rasenfläche und die Gräber drumherum. Karl-Heinz Koelen kennt das Spiel. "Ein Windstoß und es kommt alles runter", sagt der Friedhofsmeister der Enni. Der 54-Jährige ist Chef der insgesamt 18-köpfigen Truppe, die sich um die zehn städtischen Friedhöfe kümmert. In diesen Tagen haben sie alle Hände voll zu tun, um das Herbstlaub so gut es geht zu entfernen. Zu Allerheiligen, wenn die Katholiken auf die Friedhöfe strömen, um ihrer verstorbenen Angehörigen zu gedenken (und dann wieder zum evangelischen Totensonntag am 22. November) sollen die Friedhöfe ein besonders schönes Bild bieten. "Die Leute wollen dann, dass rund um ihr Grab alles glänzt und glitzert", weiß Koelen. Und er bittet um Verständnis: "Wir haben uns für drei Tage sogar mit Mitarbeitern aus dem Bereich Grünflächen verstärkt. Trotzdem wird an den Feiertagen frisch gefallenes Laub liegen."

Friedhofspflege, das bedeutet für Koelen und seine Kollegen eigentlich das ganze Jahr über ein Ringen mit dem Kreislauf der Natur. Im Frühjahr haben sie mit einem explosionsartigen Graswuchs zu kämpfen, dann wieder mit Unkraut. Zurzeit beschäftigt sie tagtäglich das Laub. Allein auf dem Friedhof Lohmannsheide füllt es täglich einen 28-Kubikmeter-Container. Abnehmer des Enni-Laubs ist ein Landwirt in Rheinberg, der es kompostiert.

Über mangelnde Arbeit können sich die Enni-Friedhofspfleger grundsätzlich nicht beschweren. Sie müssen 1050 bis 1100 Beerdigungen jährlich vorbereiten, Grün pflanzen und pflegen, die Wege in Schuss halten. Die Moerser Friedhöfe seien mit einer Fläche von insgesamt 52 Hektar (der Zentralfriedhof allein misst zwölf Hektar) viel zu groß, sagt Koelen. Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen sei in den 70er Jahren aus heutiger Sicht falsch eingeschätzt worden. Statt zu steigen, gehen die Grabzahlen nun zurück. Damit gibt es immer mehr Flächen, um die sich die Enni kümmern muss. "Früher haben wir vier Tage gebraucht, um den Rasen auf dem Zentralfriedhof zu mähen, jetzt 14 Tage", sagt Koelen. Auch die sich wandelnde Bestattungskultur führe zu Mehrarbeit für die Enni: Der Trend geht zu "pflegefreien" Urnen oder Wiesengräbern. "Pflegefrei heißt: Wir pflegen die." Um der Entwicklung zu begegnen, arbeiten die zuständigen Fachleute derzeit an einem neuen Friedhofskonzept. "Wir wollen die Außenbereiche der Friedhöfe mit der Zeit freiziehen", schildert Koelen einen Aspekt daraus. "Dann entstehen dort relativ pflegeleichte Rasenflächen."

An Allerheiligen und am Totensonntag werden in den Friedhofskapellen Andachten gefeiert. "Die bereiten wir vor", sagt Koelen. Dass auch die Friedhofsbesucher fleißig dabei sind, die Gräber ihrer Lieben herzurichten, zeigen ihm die insgesamt gut 500 Kompost- und Restabfallbehälter, deren Leerung die Enni auf Trab hält. Im vergangenen Jahr seien auf den Friedhöfen 516 Tonnen Kompost angefallen. Leider steckt darin immer wieder auch Plastik und anderer Müll. Dann muss der Kompost als normaler Abfall entsorgt werden, was die Enni mit 200 Euro pro Tonne rund zweimal so teuer kommt.

Quelle: RP
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