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Moers
Enni: Ohne Chemie ist das Rosarium nicht zu halten

Moers. Ratsfraktionen wollen Moers "pestizidfrei" machen. In einigen Fällen seien Vernichtungsmittel aber notwendig, sagt die Enni.

Sollte Moers "pestizidfrei" werden, könnte dies das Ende des Rosengartens am Schloss bedeuten. "Im Rosarium bekämpfen wir Blattläuse und Pilze an Rosen chemisch. Aufgrund der besonderen Gestaltung dieser Fläche und der intensiven Bepflanzung bietet keine andere Methode einen vergleichbaren Effekt", teilte Enni-Sprecher Herbert Hornung gestern auf Anfrage mit. "Ohne die Verwendung entsprechender Mittel könnte der Rosengarten nach unserer Einschätzung nicht in seiner jetzigen Form beibehalten werden."

Wie berichtet wollen SPD, Grüne und Grafschafter chemische Pflanzenschutzmittel möglichst komplett aus der Stadt verbannen. Die Stadt solle sich der Initiative "Pestizidfreie Kommune" anschließen, heißt es in einem Antrag an den Rat. Die Fraktionen wollen Menschen vor gefährlichen Substanzen schütze und dem Insekten- und Bienensterben Einhalt bieten. Die CDU hat den Antrag begrüßt, die Bündnis-Fraktionen machten sich eine Initiative der CDU zu eigen, kritisierte gestern Julia Zupancic, Sprecherin der CDU im Umwelt-Ausschuss.

Die Enni, die das städtische Grün pflegt, teile grundsätzlich die Auffassung, dass Pestizide möglichst vermieden werden sollten, so Hornung. Sie setze Pestizide zur Bekämpfung von Wildkräutern weder auf Wegen noch auf gärtnerisch genutzten Flächen ein. Allerdings gebe es Bereiche, wo der Einsatz notwendig sei. Zum Beispiel dann, wenn gesundheitliche Gefahren für Menschen ausgehen. Wie bei der Herkulesstaude (Riesenbärenklau), die punktuell mit einem selektiven Herbizid (das keinen anderen Pflanzen schadet) bekämpft werde. Dazu liege der Enni eine Ausnahmegenehmigung der Landwirtschaftskammer vor. Berühren Menschen die Pflanze, können sie schmerzhafte, schwer heilende Quaddeln und Blasen davontragen.

Den Eichenprozessionsspinner bekämpft die Enni mit einem sogenannten Biozid. Hornung: "Nur durch den Einsatz eines Pflanzenschutzmittels ist eine Bekämpfung zur Eindämmung vor dem Ausbreiten des Schädlings und damit ein effektiver Schutz vor gesundheitlichen Gefahren für Menschen möglich. Und das wirkt, wie Erfahrungen zeigen." Dem Buchsbaumzünsler rücke die Enni an ausgewählten Stellen mit besonderer Gestaltung (Rosarium, Martinstift/Musikschule) mit einem biologischen, für Bienen nicht gefährlichen Spritzmittel zu Leibe. "Aber: Wo immer es effektive, erfolgversprechende und wirtschaftliche Methoden des alternativen Pflanzenschutzes beziehungsweise der Schädlingsbekämpfung gibt, wenden wir sie an", so Hornung. "Invasive Arten - wie Ambrosia oder das Jakobskreuzkraut - bekämpfen wir durch regelmäßiges Mähen der Flächen oder durch ein Ausgraben der Pflanzen." Unerwünschte Pflanzen auf Wegeflächen würden abgeflämmt, mit heißem Wasser abgetötet oder gejätet.

(pogo)
 
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