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Moers
Erste Plattenbörse im Bollwerk kommt gut an

Moers: Erste Plattenbörse im Bollwerk kommt gut an
Auf großes Interesse stieß die Schallplattenbörse, die Musik unterschiedlichster Richtungen bot. FOTO: KLaus Dieker
Moers. Unter dem Motto "Diggin' Vinyl" wurden gestern Schallplatten angeboten. Rund 300 Besucher stöberten an den Ständen.

Vinylchlorid, kurz PVC, ist ein vielseitiger Kunststoff. Aus ihm werden Fußbodenbeläge, Abflussrohre, Fensterprofile und andere nützliche Sachen gefertigt. Seine schönste Anwendung war jedoch die Schallplatte. "Vinyl hält ewig und ist noch immer der beste Tonträger, den es gibt", findet nicht nur Hardy Schmitt. Der 59-jährige Moerser war einer von rund 300 Besuchern des ersten Moerser Plattenflohmarkts "Diggin' Vinyl" am Sonntag im Jugend-Kultur-Zentrum "Bollwerk". Rund 20 Händler und Hobbysammler präsentierten dort viele tausend Singles und Langspielplatten aus allen nur denkbaren Musikrichtungen.

"Die gute, alte Schallplatte erlebt zurzeit einen regelrechtes Comeback", weiß der Kölner Robert Große. Er hat in seiner Heimatstadt bereits drei ähnliche Plattenmärkte organisiert. Alle drei mit großem Erfolg, wie Gregor Polzin, der seit Mai diesen Jahres neue Kulturreferent des "Bollwerks" gestern erklärte. Auf den Kölner Märkten hatte es neben dem reinen Plattenangebot außerdem noch Live-Musik und ein kulinarisches Angebot gegeben. Ein Konzept, das man in diesem Fall auch für Moers übernommen hatte. So konnten die Besucher nicht nur nach Herzenslust an den Ständen stöbern, sondern zwischendurch auch in der benachbarten "Bollwerk"-Kneipe bei Kaffee und Kuchen den beiden Singer-Songwriter-Duos "Boe van Berg" aus Dresden und "Oh Lonesome Me!" aus Berlin lauschen.

Den meisten Besuchern ging es trotz des unterhaltsamen Beiprogramms jedoch in erstere Linie um die schwarzen Musikscheiben. Werner Kalf war deswegen sogar extra aus Dortmund angereist. "Ich gehe regelmäßig auf Plattenflohmärkte und habe auch schon richtig seltene Raritäten gefunden", berichtete er und durchsuchte dabei mit erstaunlicher Geschwindigkeit eine lange Reihe hochkant in ihren Hüllen aufgestellter Singles. "Vieles verkaufe ich dann aber auch selber wieder", so der Dortmunder.

Wie er war auch der an diesem Tag mit einem Stand vertretene Andreas Kolbow aus Moers gleichzeitig Sammler und Hobbyhändler. "Meistens auf normalen Flohmärkten." Auf so einer besonderen Plattenbörse sei er zum ersten Mal. Sein Angebot bestand überwiegend aus Rock und Pop der 60er- und 70er Jahre. Die größeren Händler boten dagegen von Pop, Jazz, und Krautrock über Reggae, Rap und Metal bis hin zu Weihnachts- und Volksliedern für jeden musikalischen Geschmack etwas. Nur Klassik fehlte. "Klassik läuft nicht. Die Leute, die sowas sammeln, kann man an einer Hand abzählen", erklärte ein aus Köln angereister Händler. "Meine Kunden sind vor allem an Jazz und Oldies interessiert."

(lang)
 
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