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Moers
Ex-Lehrer heiß begehrt

Moers. Bisher helfen drei Studenten beim Bunten Tisch rund 25 Kindern mit Migrationshintergrund bei den Hausaufgaben. Gesucht werden jetzt dringend weitere Kräfte wie pensionierte Lehrer für Englisch und Mathematik. Von Heribert Brinkmann

Mittwoch kurz nach 16 Uhr beim Bunten Tisch an der Kornstraße: Acht Kinder sitzen an zwei Tischen und brüten über ihren Hausaufgaben, meistens Mathematik oder Englisch. Es herrscht angespannte Konzentration. Drei Studenten sind ihre Ansprechpartner für Probleme und Fragen. Wie etwa Joseph, ein Informatik-Student aus Kamerun. Er erklärt gerade, wie die Mathe-Aufgabe zu lösen ist. Es geht um Flächeninhalte, Berechnen von Volumen. Wenn es darum geht, zu erklären, wie man mit Formeln umgeht und vom Problem zur Lösung findet, geht Joseph auch schon mal an die große Tafel an der Wand.

Voneinander lernen

Drei Studenten haben sich bisher um die Hausaufgabenhilfe gekümmert. Jeden Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 16 bis 19 Uhr, steht die Hausaufgabenhilfe auf dem Plan. Insgesamt 25 Schüler nehmen das Angebot an beiden Tagen wahr, es sind Schüler aller Schulformen und Stufen, von der fünften Klasse bis zur 13. Amar Azzoug, Vorsitzender des Bunten Tisches, fände es wunderbar, wenn eine dritte Gruppe gebildet werden könnte. Momentan ist das Schüler-Mentor-Verhältnis eins zu zehn, besser wäre natürlich eins zu drei. Aber im Moment ist alles im Umbruch. Die bisherige finanzielle Förderung durch die Bezirksregierung ist zum Jahreswechsel ausgelaufen. Da der Hausmeister gekündigt hat und nach Bayern verzogen ist, konnte der Bunte Tisch etwas Geld für die Studenten weiter bezahlen. Doch ansonsten ist kein Geld da, aber jede Menge Bedarf. Der Bunte Tisch braucht deshalb ehrenamtliches Engagement, um dieses notwendige wie bewährte Angebot aufrecht erhalten zu können. Anfragen im Freundeskreis oder bei der Freiwilligenzentrale haben bisher stets nur vorübergehend weitergeholfen. Was fehlt, sind Kontinuität und Verlässlichkeit. Azzoug wünscht sich pensionierte Lehrer, die bei Mathematik und Englisch weiter helfen können, oder andere geeignete Helfer.

Die Anfänge des Projektes reichen zum August 2008. Grundidee war, voneinander zu lernen. So sollten verschiedene Generationen, Eltern, Kinder, aber auch Großeltern sich gegenseitig unterstützen. Damals erklärte Projektleiterin Rebecca Müller, Ziel sei es, die getrennten Welten Schule und Zuhause zusammen zu führen. Eltern sollten Einblick in die Welt ihrer Kinder gewinnen, Kinder sollten ihre oft arbeitslosen Eltern erleben, wie sie ihre Kompetenz und ihr Wissen einbringen. Eine schöne Geschichte war , als eine Großmutter zusammen mit ihrem Enkel kam und dabei mit ihm Deutsch lernte.

Quelle: RP
 
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