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Moers
Familienministerin besucht Opstapje

Moers: Familienministerin besucht Opstapje
Christina Kampmann (r.) , NRW-Familienministerin und MdL Ibrahim Yetim beim Opstapje-Projekt im Behindertenzentrum Waldschule. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Kinder und Eltern des Frühförderprogramms empfangen die SPD-Politikerin Christina Kampmann in Meerbeck. Sie besucht ihren Parteifreund Ibrahim Yetim, um ihn bei seinem Wahlkampf vor den Landtagswahlen zu Unterstützen. Von Jürgen Stock

Es wieselt und wuselt in dem Gebäude der ehemaligen Waldschule Kleine und sehr kleine Kinder, krabbeln und laufen munter herum. Einige sammeln sich in der Mitte des Raumes um eine junge Frau mit schwarzer Cordhose und grauer Lederjacke sowie einen Herrn ohne Haare auf dem Kopf. Die Frau ist Familienministerin Christina Kampmann (36), der Herr der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim (52), der seine Parteifreundin zwecks Unterstützung im Wahlkampf nach Moers eingeladen hat.

Doch schnell wird deutlich, dass die politische Agenda heute nicht auf der Tagesordnung steht. Es geht, wie Kampmann sagt, um eine "Herzensangelegenheit". Die Kinder und ihre überwiegend türkischstämmigen Eltern gehören zum Frühförderprogramm "Opstapje", das unter dem Dach des Neukirchener Erziehungsvereins in Wesel, Geldern, Duisburg, Meerbeck und Repelen seit vielen Jahren Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren betreut.

Insgesamt 35 Kinder aus den beiden Moerser Stadtteilen nehmen derzeit an dem Programm teil. Wissenschaftliche Untersuchungen haben inzwischen belegt, dass über die Hälfte der teilnehmenden Kinder, deutliche Fortschritte in ihrer motorischen-. und Intelligenzentwicklung nehmen. Wie "Opstapje"-Leiterin Ursula Wolf erläutert, suchen ausgebildete Betreuerinnen eimal in der Woche Familien auf, um mit Mutter und Kind gemeinsam zu spielen.

Dabei geht es darum, den Müttern Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie die Entwicklung ihres Kindes mit einfachen Mittel fördern können. Alle zwei Wochen gibt es ein gemeinsames Treffen der Opstapje-Beteiligten. Aber das Programm fordert nicht nachweislich die Entwicklung der Kinder. "Mir hat das sehr viel Sebstbewusstsein gegeben", berichtet Meray Tanoglu, deren hörbehinderte Tochter von "Opstapje" betreut wurde. Inzwischen kann ihre Tochter nach einer Operattion auf eine normale Schule gehen, und sie selbst besucht als "Opstapje"-Betreuerin andere Mütter.

Der gute Ruf des Programms hat dazu geführt, dass die "Opstapje"-Gruppen inzwischen Wartelisten haben. "Die Kinder werden immer jünger", berichtet Ursula Elsenbruch, eine der Netzwerkerinnen von "Opstapje". "Inzwischen kommen schon schwangere Frauen zu uns, um sich einen Platz für "Opstapje" zu sichern.

Selbstverständlich ist dieser Erfolg nicht. Vor einigen Jahren stand das Programm in Moers vor dem Aus. "Ohne die Hilfe der Rotarier damals hätten wir es wohl nicht geschafft", sagt Elsenbruch. Inzwischen haben jedoch die Kommunen den Wert der Frühförderung erkannt.

Dennoch gehören die Mittel, die dafür bewilligt werden, zu den freiwilligen Leistungen einer Stadt und müssen deswegen in jedem Jahr neu vom Rat bewilligt werden. Da ist es natürlich wichtig mit Yetim und der SPD-Sozialausschussvorsitzenden Elsenbruch auch zwei politische Unterstützer auf seiner Seite zu wissen.

Quelle: RP
 
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