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Moers
Feier: 30 Jahre Freundschaft mit Ramla

Moers: Feier: 30 Jahre Freundschaft mit Ramla
Die Fahnen wehen vor dem Rathaus. FOTO: A. Katzke
Moers. 1987 wurde der Partnerschaftsvertrag mit der israelischen Stadt unterzeichnet. Heute wird er in Moers bekräftigt. Von Jürgen Stock

Die deutsche und die israelische Flagge am Rathaus kündigen es an: Heute unterzeichnen Mitglieder einer israelischen Delegation im Moerser Rathaus eine Urkunde, mit der sie die seit 30 Jahren dauernde Partnerschaft zwischen Moers und Ramla bekräftigen. Unter den sechs Städtepartnerschaften, die Moers unterhält, dürfte die mit der an der Schnellstraße zwischen Tel Aviv und Jerusalem gelegenen 85.000 Einwohner zählenden Kommune die nach wie vor am intensivsten gelebte sein.

Zu verdanken ist das weniger politischen Verhältnissen, als dem kontinuierlichen Wirken des Partnerschaftsvereins Moers-Ramla, der seinerseits vor 30 Jahren auf die Arbeit der beiden Moerser Berufsschullehrer Heinz Walther und Otto Laakmann aufbauen konnte, Walther hatte schon in den 70er Jahren Kontakte mit dem SOS-Kinderdorf in Bethlehem. Im Zusammenhang mit einem Seminar über den Holocaust hatte Walther die Idee, sich nicht nur historisch mit Israel zu beschäftigen, sondern Kontakt zu den Menschen zu suchen. Über den israelischen Städtetag erfuhr Walther, dass die damals nur 45.000 Einwohner zählende Kommune an einem Kontakt mit einer deutschen Stadt interessiert sei. Im April 1981 machte sich dann die erste Schülergruppe der Kaufmännischen Schulen in Moers, dem heutigen Mercator-Berufskolleg, auf den Weg nach Israel. Der Empfang dort war so herzlich, dass die Einladung zum Gegenbesuch nur eine Formsache war.

Damals schon mit dabei war Otto Laakmann (70), der heute als FDP-Ratsherr mit großer Freude die Unterzeichnung der Urkunde im Rathaus verfolgen wird. 1987 wurde aus dem Schüleraustausch eine offizielle Städtepartnerschaft. Für Moers unterzeichnete Bürgermeister Wilhelm Brunswick die Partnerschaftsurkunde. Damals schon stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins war Otto Laakmann. Der Verein, sagt Laakmann, sei in wechselhaften Zeiten immer so etwas wie eine Klammer gewesen. "Man denke nur mal daran, dass ich in Moers mit Christoph Fleischhauer schon meinen vierten Bürgermeister erlebe." Unter dem Dach des Vereins fliegt jährlich eine 20 bis 30-köpfige Gruppe zu Ostern nach Ramla, und eine ebenso große Gruppe aus Israel besucht Moers. "Dadurch sind zahlreiche Freundschaften entstanden", berichtet Laakmann. So sei rund die Hälfte der israelischen Delegation, die gegenwärtig in Moers weile, bei alten Bekannten untergebracht.

Nur einmal sei dieser Austausch bedroht gewesen. Das war 1990 während des Golfkrieges, als irakische Raketen auf israelischem Boden einschlugen. Damals entscheid der Moerser Rat, keine offizielle Delegation nach Ramla zu schicken. Aber eine kleine Gruppe von Moersern, unter ihnen Otto Laakmann, machte sich dennoch auf, um den Freunden in Israel ihre Solidarität zu bezeugen. Für ihre Arbeit erhielten Walther und Laakmann das Bundesverdienstkreuz. Aber auch die palästinensische Seite wurde nie vergessen. Zu jedem Besuch in Ramla gehört bis heute auch ein Abstecher nach Bethlehem.

Quelle: RP
 
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