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Moers
Feldpostkarten: Propagandamittel in den Weltkriegen

Moers. Briefe von der Front waren für die Soldaten im Ersten und Zweiten Weltkrieg oftmals das einzige Mittel, um mit ihren Lieben in der Heimat Kontakt aufzunehmen. In ihrer Feldpost berichteten sie von ihren Erfahrungen aus den Gefechten, schilderten nicht selten auch unsägliches Leid. Diese Inhalte entsprachen allerdings nicht dem Willen der politischen Führung, weshalb sie eigene Feldpostkarten entwarf und diese für Propagandazwecke missbrauchte.

Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren und das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 70 Jahren sind 18 dieser Feldpostkarten aus den Beständen des Moerser Stadtarchivs nun seit gestern im Foyer des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums ausgestellt.

"Jungmädel sein - das heißt mit lachenenden Augen an die Zukunft glauben!", steht auf einer Karte geschrieben. Als Propagandamittel waren die Postkarten unerlässlich: Es sollten Feindbilder gepflegt und die Kriegsunterstützung aufrecht erhalten werden. Daher wurden die Karten auch schnell zum Träger von Ideologie: Heroische Posen, Darstellungen von Kindern sowie martialisches Kriegsgerät stellten die häufigsten Motive dar. Der Durchhaltewillen der Bevölkerung wurde beschworen, Kinder und Jugendliche sollten zu einer kämpferischen Grundgesinnung erzogen werden.

Bis zum 16. Mai werden die verschiedenen Motive noch im Foyer des Bildungszentrum ausgestellt.

(p-m)
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