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Moers
Festivalhalle: Yetim unterstützt FDP-Forderung

Moers: Festivalhalle: Yetim unterstützt FDP-Forderung
Die Moerser Festivalhalle steht nach wie vor im Mittelpunkt vieler politischer Diskussionen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. SPD-Landtagsabgeordneter spricht sich für eine Kultur-Genossenschaft aus - auch für den Enni-Sportpark Rheinkamp. Von Peter Gottschlich

Ibrahim Yetim schließt sich dem Vorschlag der Liberalen an, den Betrieb der Festivalhalle und des Enni-Sportparks Rheinkamp einer Genossenschaft zu übertragen. "Das ist eine Möglichkeit", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete am Freitagabend in einem Grußwort. Dieses sprach er am Vorabend des Tages der Genossenschaften, zu dem die "tuwas Genossenschaft" in ihr Sozialkaufhaus "Polster & mehr" eingeladen hatte.

Moers Festival 2015: Die Bands in Aktion FOTO: Dieker

"Der Genossenschaftsgedanke ist ein Gedanke über die Parteigrenzen hinweg", betonte der Sozialdemokrat. Mit dem Betrieb der Festivalhalle würde eine Genossenschaft eine Aufgabe übernehmen, die der Staat und die Stadt nicht mehr übernehmen könne.

"Ein genossenschaftliches Engagement ist zu fördern", unterstrich Ibrahim Yetim. Moers ist eine der ersten Städte in Deutschland, in der mit dem Gedanken einer Kultur-Genossenschaft gespielt wird. "Kulturgenossenschaften sind äußerst selten", sagte am Freitagabend Herbert Klemisch. Der Mitarbeiter des Wissenschaftsladens Bonn, einem Unternehmen, das vor allem in Fragen von Energie, Umwelt und Genossenschaftswesen informiert, war Hauptreferent am Vorabend des Tages der Genossenschaften.

Starke Klänge beim Moers-Festival 2016 FOTO: Klaus Dieker

"Es sind bundesweit höchstens zehn oder zwölf", sagte der promovierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler.

Klemisch weiter: "Insgesamt gibt es 9000 Genossenschaften. Die meisten sind landwirtschaftliche Genossenschaften, Wohnungsgenossenschaften, Konsumgenossenschaften sowie Volks- und Raiffeisenbanken. In den vergangenen Jahren sind viele Energiegenossenschaften hinzugekommen, die Windparks betreiben."

Jährlich nehme die Anzahl der Genossenschaften um rund 200 zu. Deshalb hatte Klemisch seinem Vortrag den Titel gegeben: "Genossenschaft als Zukunftsmodell - Renaissance der Genossenschaft?" "Die Zunahme hängt auch mit der Reform des Genossenschaftsrechts von 2006 zusammen", sagte der Referent. "Bis 2006 musste eine Genossenschaft den wirtschaftlichen Interessen ihrer Genossen dienen. Seitdem können es auch kulturelle oder soziale Belange sein."

Genossenschaften seien die demokratischste Unternehmensform, da alle Mitglieder das gleiche Stimmrecht hätten, egal ob sie einen Anteil besäßen oder mehrere. Sie förderten ihre Mitglieder. Und sie lösten den Konflikt zwischen Produzent und Käufer auf. "Dazu handeln sie langfristig und sind werteorientiert", sagte der Referent vor 35 Genossen und Freunde der "tuwas Genossenschaft".

Quelle: RP
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