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Moers
Finanzspritze für die Sanierung der Stadtkirche

Moers: Finanzspritze für die Sanierung der Stadtkirche
Die Moerser Stadtkirche ist seit 2011 geschlossen. Die evangelische Kirchengemeinde saniert das historisch bedeutsame Gebäude. FOTO: Archiv
Moers. Der Bund beteiligt sich mit 170 000 Euro an der Sanierung der Moerser Stadtkirche. Sie ist seit dem 1. März 2011 geschlossen. Die Gemeinde braucht weitere Unterstützung, um das Vorhaben zu realisieren. Von Anja Katzke

Eine gute Nachricht aus Berlin konnten gestern die Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann (SPD) und Kerstin Radomski (CDU) überbringen: Der Bund unterstützt erneut die Sanierung der Stadtkirche in Moers mit insgesamt 170 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm. Wie die Abgeordneten berichteten, wurden die Mittel für den Denkmalschutz gestern im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags freigegeben. "Die großen Anstrengungen, die die evangelische Kirchengemeinde in Moers bei der Sanierung der denkmalgeschützten Stadtkirche unternimmt, erhalten erneut eine angemessene Würdigung", betonte Ehrmann.

Die evangelische Stadtkirche ist stark sanierungsbedürftig. Sie ist seit dem 1. März 2011 geschlossen, da das Gotteshaus unter seinen tragenden Mauern absackte. Doch das sind nicht die einzigen Schäden, die an dem Gemäuer aufgetaucht sind, das in wesentlichen Teilen aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammt. So stellte sich bei der Untersuchung der Statik der Empore heraus, dass die Auflager in einem Zustand waren, der eine weitere Nutzung nicht erlaubt. Es wurden darüber hinaus Schäden am Dach entdeckt und ein Schädlingsbefall an den Balken, an denen die Gewölbedecke hängt.

"Die Geschichte der Kirche geht weit zurück. Graf Dietrich von Moers erbaute im Jahr 1363 eine Kapelle mit Namen Johannis-Kapelle. Diese bildet die Grundlage der gegenwärtigen Stadtkirche. Heute finden hier nicht nur Gottesdienste, sondern auch kulturelle Veranstaltungen der Gemeinde statt", hebt Kerstin Radomski die Bedeutung der Kirche hervor. Siegmund Ehrmann hofft, dass durch die erneute Förderung des Bundes die Dachkonstruktion wieder vollständig in Stand gesetzt werden kann und in der Kirche auch baldmöglich wieder Gottesdienste gefeiert werden. Pfarrer Torsten Maes teilt Ehrmanns Optimismus nicht. Trotz der Freude über die Förderung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm mag er sich auf keinen Termin für die Wiedereröffnung festlegen. "Allein die Dacharbeiten bedeuten für uns ein großes Finanzierungsproblem. Es sind 500 000 Euro an Kosten entstanden", sagte er auf Anfrage. Maes macht deutlich, dass die evangelische Kirchengemeinde mehr Unterstützung und Spenden benötigt, um die Sanierung zu stemmen. Deshalb plant sie, eine neue Kampagne aufzulegen: Spender sollen sich an der Fußbodensanierung beteiligen.

Quelle: RP
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