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Moers
Fleischhauer besucht Yad Vashem

Moers: Fleischhauer besucht Yad Vashem
Christoph Fleischhauer (dritter von links) in Israel.
Moers. Der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer hält sich derzeit zum ersten Mal in der israelischen Partnerstadt Ramla auf. Exklusiv für Leser unserer Zeitung schildert er seine Eindrücke von Israel vor dem Pessach-Fest. Von Jürgen Stock

Mit einem leicht mulmigen Gefühl im Bauch war der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer (CDU) am Montagmorgen nach Ramla aufgebrochen. Für ihn war es nicht nur der erste Besuch in der Moerser Partnerstadt, sondern auch der erste Besuch in Israel überhaupt. Doch schon drei Tage später sind alle Unsicherheiten verflogen, alle Zweifel beseitigt: "Ramla ist eine total liebenswerte Stadt, und ich bin hier sehr herzlich empfangen worden", berichtet der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Moers - Ramla am Telefon. Im Hintergrund hört man Möwengeschrei und das Rauschen der Mittelmeer-Wellen.

Ramla liegt nicht weit vom historischen Jaffa, dem heutigen Tel Aviv an der Straße nach Jerusalem. Fleischhauer führt eine Gruppe Moerser an, die seit Abschluss des Partnerschaftsvertrags im Jahr 1987 jedes Jahr in die 70 000 Einwohner zählende Stadt fährt. Den Moerser Bürgermeister begleiten Schüler der Moerser Musikschule, des Mercator-Berufskollegs, Vertreter der evangelischen Kirche und Mitglieder des Partnerschaftsvereins - alles in allem 23 Personen. Fleischhauer selbst fliegt am Ostersonntag wieder zurück. Ein Teil der Gruppe, die privat bei Bürgern von Ramla untergebracht ist, bleibt noch etwas länger in Israel.

Das Programm der Moerser Gruppe ist dicht getaktet. Dazu gehört auch ein Besuch bei Fleischhauers Amtskollege Yoel Lavi, Mitglied der gemäßigten Kadima-Partei. Politische Gespräche im eigentlichen Sinn habe es bislang aber nicht gegeben, berichtet Fleischhauer. "Man will uns hier eben möglichst schöne, unbeschwerte Tage bereiten."

Der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer (rechts) bei der Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. FOTO: Hendriks

Dennoch geht die soziale Wirklichkeit auch an den Moerser Besuchern nicht vorbei. So staunt der Bürgermeister, mit welcher Selbstverständlichkeit der Strom von Emigranten aus Russland oder der Ukraine aufgenommen wird. "Im Augenblick wird darüber gesprochen, für die Menschen ein 40-stöckiges Hochhaus zu bauen. So etwas wäre bei uns undenkbar."

Überrascht ist Fleischhauer auch über die kaum wahrnehmbare Präsenz von Sicherheitskräften im öffentlichen Erscheinungsbild: "Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt."

Gemeinsam mit Vertretern der Stadt Ramla besuchte Fleischhauer auch zum ersten Mal die Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem, die an die Millionen getöteter Juden während des Dritten Reichs erinnert. "Da wird nahezu körperlich spürbar, was damals passiert ist", sagt Fleischhauer.

Deshalb sei es um so bemerkenswerter, dass es in Israel inzwischen selbstverständlich geworden sei, dass er seine Begrüßungsrede auf Deutsch habe halten können: "Nicht einer hat mich deshalb schief angeguckt."

Auf dem Programm der Moerser Besucher standen unter anderem Tagestouren zur Grabeskirche, zum Felsendom und zum Basar von Jerusalem sowie Ausflüge nach Haifa, Akko, Cäsarea und nach Tel-Aviv. In der jüdäischen Wüste will ein Teil der Moerser die Festung Massada besuchen und anschließend ein Bad im Toten Meer nehmen.

"Ich persönlich freue mich schon sehr auf die Feier des Seder-Abends zu Beginn den jüdischen Pessachfestes", sagt Fleischhauer.

Zum Gegenbesuch im August erwarten die Moerser eine Tanz- und Theatergruppe. Die herzliche Aufnahme ist garantiert.

Quelle: RP
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