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Moers
Fliegerbombe in Meerbeck entschärft

Moers: Fliegerbombe in Meerbeck entschärft
Uwe Palmroth, der die Bombe entschärft hat, präsentiert den Zünder. Links sein Kollege Martin Ochmann vom Kampfmittelräumdienst. FOTO: Christoph Reichwein
Moers. Die britische Fünf-Zenter-Bombe war gestern in Nähe des Friedhofs Galgenbergsheide gefunden worden. Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Entschärfung verzögerte sich, weil auf dem Friedhof Besucher waren. Von Jana Marquardt

Aufwendiger Einsatz in Meerbeck: Nach zweistündigen Evakuierungsarbeiten und einer 25-minütigen Entschärfung haben Uwe Palmroth und Martin Ochmann vom Kampfmittelräumdienst Düsseldorf die britische Fünfzentner "General Purpose"-Allzweckbombe präsentiert. "Diese Bombe lag siebzig Jahre lang unter der Erde. Nach so langer Zeit hat der Sprengstoff Pikrate gebildet. Im Klartext heißt das: Die Berührung einer Feder hätte gereicht und die Bombe wäre von selbst detoniert", sagt Palmroth. Die Entschärfung sei eine Herausforderung gewesen. Die zwischen 1941 und 1943 hergestellte Fertigungsbombe steckte mit dem Zünder nach unten in der Erde. Das erschwerte den Einsatz noch zusätzlich.

Entdeckt wurde die Zweite-Weltkriegs-Bombe, als der Johannes-Kindergartens in der Galgenbergsheide erweitert werden sollte. "Die Stadt hat Luftbildaufnahmen von dem Gebiet gemacht, um mögliche Gefahrenquellen schon vor dem Bau zu erkennen", sagt der Stadtsprecher Klaus Janczyk. Bei der Präventionsarbeit der Stadt vor Beginn des Baus wurden zusätzlich zu der Fünf-Zentner-Bombe auch Splitterreste eines schwereren Exemplars gefunden. "Aufgrund der Splitterdichte können wir davon ausgehen, dass es sich bei dem zweiten Fund um eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe handelt", sagt Uwe Palmroth und deutet auf die gelblichen Splitterreste, die neben dem drei Meter tiefen Loch liegen, in dem die Sprengmeister noch vor einigen Minuten ihre Arbeit geleistet haben.

FOTO: Stadt Moers

2400 Menschen waren von der Entschärfung in Moers-Meerbeck betroffen. Davon mussten 620 Bürger ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Gefahrenzone 2 belief sich auf den Umkreis von 500 Metern Umgebung zwischen der Römerstraße und dem Germendonkskamp. Dort war der Aufenthalt im Freien untersagt. Türen und Fenster mussten geschlossen bleiben. In der ersten Gefahrenzone (250-Meter-Radius) zwischen der Awo-Begegnungsstätte und dem Berufskolleg an der Römerstraße war sowohl der Aufenthalt im Freien als auch in geschlossenen Räumen verboten.

Die Evakuierung hatte schon um 16 Uhr begonnen. Ein Teil der Bismarckstraße (Donau- bis Barbarastraße) und der Römerstraße (Trajanstraße bis kurz vor der Bismarckstraße) wurden vollständig abgesperrt.

Bombenentschärfungen 2013 in der Region FOTO: Seybert, Gerhard

Ursprünglich war die Entschärfung für 17 Uhr geplant, es kam jedoch zu Verzögerungen, weil noch Besucher auf dem Friedhof unterwegs waren. Zudem weigerten sich Anwohner, die draußen grillten, ihre Häuser aufzusuchen. Erst um 17.52 Uhr konnten die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung beginnen. Sie sprengten den Zünder. Um 18.25 Uhr gab es Entwarnung. Alle Sperrungen wurden aufgehoben.

Quelle: RP
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