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Moers
Flüchtlinge bekommen Räder und Verkehrstipps

Moers: Flüchtlinge bekommen Räder und Verkehrstipps
Hassan Al Abbal bei einer Probefahrt auf dem Rad. Amar Azzoug vom Bunten Tisch schaut zu. FOTO: KLaus Dieker
Moers. Der Bunte Tisch, Polizei, ADFC und andere Partner arbeiten zusammen, um Asylbewerbern mehr Mobilität zu ermöglichen. Von Gabi Harpers

Um die Mobilität von Flüchtlingen in Moers zu fördern, die zur Schule, zu ihrem Deutschkurs, zu ihren berufsbildenden Maßnahmen oder auch zum Sport gelangen wollen, haben der Bunte Tisch und seine Kooperationspartner jetzt ein Fahrradprojekt gestartet. "Die Idee stammt von den Mitarbeitern der Firma CAD Schroer aus Kapellen", berichtet Amar Azzoug, Vorsitzender des Vereins Bunter Tisch, der die Moerser Flüchtlingshilfe koordiniert. "Von den Spendengeldern in Höhe von 5000 Euro werden Fahrräder für Flüchtlinge angeschafft. Das Moerser Arbeitslosenzentrum (MALZ) betreibt seit etwa einem Jahr die Radstation im Hauptbahnhof. Hier werden gespendete Fahrräder entgegengenommen und fit gemacht," so Azzoug weiter.

Auch die Justizvollzugsanstalt in Kapellen sammelt Drahtesel, die nicht mehr gebraucht werden. JVA-Leiterin Brigitte Kerzl-Steinkellner: "Wir sind bei diesem Projekt mit im Boot. In unserer JVA-eigenen Fahrradwerkstatt machen wir alte Fahrräder wieder verkehrstauglich. Anlässlich unseres Weihnachtsmarktes am ersten Adventssonntag werden wir die Besucher dazu aufrufen, ihre nicht genutzten Fahrräder an uns weiterzugeben. Geldspenden werden zum Ankauf von Ersatzteilen verwendet." Kerzl-Steinkellner weiter: "Es wäre schön, wenn wir einen Bürger fänden, ob Unternehmer oder Privatmann, der über ein geeignetes Transportfahrzeug verfügt, mit dem er etwa einmal pro Monat Fahrräder zwischen Sammelstellen und Werkstätten transportieren würde."

Weitere wichtige Kooperationspartner sind der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) und die Moerser Polizei. Volker Vorländer, Vorsitzender der Moerser ADFC-Ortsgruppe: "Zunächst müssen wir sehen, ob der neue Besitzer mit dem Fahrrad umgehen kann. Dann unternehmen wir gemeinsame Ausfahrten, vermitteln Verkehrsregeln und führen die Flüchtlinge zu besonderen Kreuzungen und verkehrstechnisch besonders neuralgischen Punkten in der Stadt, um sie im Straßenverkehr sicherer zu machen. Polizeihauptkommissar Jürgen Hildebrand ergänzt: "Wir begleiten die Aktion und codieren die Räder, die dann polizeilich erfasst sind."

Bürgermeister Christoph Fleischhauer hält das Fahrradprojekt für eine "wunderbare Aktion". Fleischhauer: "Die Polizei, die MALZ Radstation, der Bunte Tisch, die JVA und der ADFC - alle ziehen an einem Strang und unterstützen Leute, die in ihrer Notlage hier angekommen sind. Das ist beispielhaft für gesamtgesellschaftliches Miteinander." Michael Schroer, Geschäftsführer der CAD Schroer: "Ich freue mich, dass unsere Aktion in dieses nachhaltige Projekt übergeht und hoffe sehr, dass sich Viele durch Spenden von Geld und Fahrrädern, die nicht mehr benötigt werden, an der Aktion beteiligen."

Amar Azzoug ist davon überzeugt, dass das Projekt "mit Hilfe der vielen engagierten Beteiligten nachhaltig über Jahre hinaus fortgeführt werden kann und auch in Zukunft Flüchtlingen aber auch anderen Menschen in Moers helfen wird, durch mehr Mobilität am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen."

Quelle: RP
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