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Rheurdt
Folk-Rock mit Mittelalter-Feeling beim Schaephuysener Höhenzugspektakel

Rheurdt. Musiker, Händler und Kunsthandwerker sorgten auf dem Gelände unterhalb des Michaelturms für ein unterhaltsames und interessantes Wochenende. Von Ulrike Rauhut

Nicht unbedingt spektakulär, jedoch überaus gemütlich und familiär ging es am Wochenende auf dem Gelände unterhalb des Michaelturms in Schaephuysen zu. Das mittelalterliche "Höhenzugspektakel" war im vergangenen Jahr erstmals rund um die Grillhütte veranstaltet worden. Die Idee dazu hatte Grischa Methner, der als Mittelalter-Fan den Vorstand des Heimat- und Gartenbauvereins überzeugt hatte, diesen lauschigen Platz wieder für ein besonderes Event zu nutzen. Mario Gürtner und seine Mitstreiter erinnerten sich, dass es bis vor 25 Jahren an gleicher Stelle ein jährliches "Bergfest" gegeben hatte und ließen sich gerne für die neue Idee begeistern.

Mit der Währung "Scaepjes", abgeleitet vom Ortsnamen, dessen erste Silbe keltischen Ursprungs ist und "Hügel" bedeutet, konnten die Besucher am Wochenende Met oder Dinkelbier, genannt "Wildfang", zum Grillwürstchen erwerben. Genauso wie das Bier hieß auch die fünfköpfige Band aus dem Raum Stuttgart, die ihre selbst geschriebenen Songs mit vielen verschiedenen Instrumenten und mehrstimmigem Gesang präsentierte. Neben Akustik-Bass, Gitarre und Geige waren es vor allem die besonderen Instrumente von Frontfrau "Jula die Augenweide", die den speziellen Folk-Rock-Sound zauberten: Sie spielte unter anderem eine Chalumeau, eine einfache Form der Klarinette und eine Rauchpfeife, die eine Art Dudelsack-Klang produziert.

Auf der kleinen Waldlichtung am Grillplatz hatte sich unter anderem Schäfer Uwe Girnth vom Pottbeckershof mit einem Stand aufgebaut. Er bot hochwertige Salami und Schinken sowie pflanzlich gegerbte Felle seiner Tiere an, die im Naturschutzgebiet Schwafheimer Meer grasen. "Streng mittelalterlich ist das nicht", erklärte Grischa Methner, "aber wir wollten einen Mix aus Händlern und Kunsthandwerkern, die aus dem Ort oder der näheren Umgebung stammen." Deshalb hatte er auch den Kettensägenkünstler Klaus Rheinbach eingeladen. Dieser ließ in kurzer Zeit aus einem Holzstück ein Trollgesicht mit langem Bart entstehen - vielleicht der Höhenzugtroll Joljip, dessen Geschichte sich Methner eigens für das Wochenende ausgedacht und aufgeschrieben hatte.

Auf der großen Wiese, die zum Gelände des Michaelturms gehört, hatten erstmals mehrere Gruppen ihre Zelte als "Keltenlager" aufgebaut. Eine davon war die Familie Theden aus Kerken-Winternam. Sie war für ein Wochenende in die Rolle einer Wikingerfamilie aus dem Jahr 890 geschlüpft und zeigte, wie man damals wohnte, arbeitete und schlief.

Karl-Heinz Theden alias Karl Karlsson demonstrierte, wie aus einer bestimmten Weidenart, der Flechtweide, Körbe geflochten werden - ein Handwerk, das bis in die Gegenwart auch am Niederrhein sehr verbreitet war. Kinder konnten im Lager aber auch Spiele wie das "Wikingerschach" oder Bogenschießen ausprobieren.

Ein wenig spektakulär wurde es dann doch noch bei Einbruch der Dunkelheit: Als Chandra Witchfire verzauberte Alexandra Winterhalter die Zuschauer mit ihrer Funken-sprühenden Feuershow.

Quelle: RP
 
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