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Moers
Fraktionen antworten prompt

Moers. Bis auf eine Ratsfraktion antworteten alle Parteien umgehend auf das Hilfeersuch einer alleinerziehenden Moerser Mutter. Die Mails ans Grünen-Fraktionsbüro kamen allerdings erst gar nicht an. Von Christian Schroeder

Wer hilft einer alleinerziehenden Mutter in Moers, wenn diese ein Problem hat? Das fragte sich Carola Schmidt, 29. Kann man sich an Politiker wenden? Eigentlich sind die hiesigen Fraktionen doch dafür da, um sich die Belange der Bürger zu kümmern, oder? Die Grafschafter-Redaktion bestärkte die Frau in ihrem Vorhaben, mal bei den Parteien um Hilfe zu bitten – am besten bei allen im Rat der Stadt Moers vertretenen Fraktionen, um dann zu gucken, wer sich kümmert.

Am 8. Februar schrieb Carola Schmidt an SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke und FBG dieselbe Email, und zwar an die jeweilige Email-Adresse, die auf den Internetseiten der jeweiligen Fraktion als Kontakt angegeben ist: "Ich hoffe, dass Sie mir helfen können. Ich bin alleinerziehende Mutter und würde Ihnen mein Problem gerne genauer schildern, aber ich weiß nicht, wie und wo. Können Sie sich bei mir melden? Es ist dringend" Sie gab keine Telefonnummer an und wartete auf Rück-Mails.

Direkt am nächsten Tag

Die kamen prompt am nächsten Tag – zumindest die Rückmeldungen von SPD, CDU, FDP, Linke und FBG. Die entsprechenden Ansprechpartner schrieben Schmidt, sie könne sie sofort anrufen und das Problem im Detail schildern. Die Rückantwort der Grünen jedoch blieb aus. Deshalb schickte Carola Schmidt dieselbe Mail noch einmal an "gruene.Ratsfraktion@moers.de". Da immer noch keine Rückmail kam, fragte der Grafschafter nach im Grünen-Fraktionsbüro: Dort kann man sich nicht erklären, warum die beiden Mails nicht angekommen seien. Hilfeanfragen kommen häufiger vor, die Mails werden an die Grünen-Mitglieder, die für die angefragten Fälle in Frage kommen, weitergeleitet, so die Büroleiterin.

Für Carola Schmidt nicht weiter tragisch, denn ihr Problem hatte sich zwischenzeitlich – zum Glück – erübrigt. Dies teilte sie den angeschriebenen Fraktionen mit.

"Ich gucke jeden Tag in die Mails, ab, und zu sind solche Hilfsanfragen dabei", sagt Ursula Elsenbruch von der SPD. Auch bei der FDP gehen regelmäßig Bürgeranfragen ein. "Wir kümmern uns um jede Anfrage, dafür sind wir gewählt worden", so Heidelinde Heller. Gabriele Kaenders, Fraktionsvorsitzende der Linken, kennt solche Anfragen ebenfalls. Sie berichtet von einem jüngst eingegangenen, ganz ähnlichen Hilfegesuch. "Da fragte eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern aus Viersen bei uns an", so Kaenders. Bei der CDU verteilt Fraktions-Geschäftsführer Klaus-Peter Borgmann die einlaufenden Emails an Ratsmitglieder, die für das angefragte Thema in Frage kommen. Claus-Peter Küster, Chef der FBG-Fraktion, sucht nach Brief- oder Email-Anfragen von Bürgern so schnell es geht das persönliche Gespräch.

Quelle: RP
 
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