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Moers
Frauen überfallen - Polizei fährt verstärkt Streife

Moers: Frauen überfallen - Polizei fährt verstärkt Streife
In dieser Straße passierte einer der Überfälle. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Moers. Nach den rätselhaften Überfällen auf Frauen in Moers fährt die Polizei in der Stadt verstärkt Streife. Noch immer gibt es keine Hinweise auf den Täter. Von Jürgen Stock

Es ist Montagabend kurz vor 19 Uhr. Uwe Thekow sitzt vor dem Fernseher, als er glaubt, Hilferufe zu hören. "Zuerst dachte ich, das kommt aus dem Fernseher, doch dann merkten wir, dass die Rufe von draußen kamen." Als er kurz darauf vor die Tür tritt, kann er zunächst nichts sehen.

Die Laternen gehen erst um 19 Uhr an, und es ist stockfinster. Aber die Hilferufe sind nicht zu überhören. In einem Vorgarten liegt eine schwer verletzte Frau. Es ist Thekows Schwiegermutter, die 72 Jahre alte Anneliese van L. "Ich habe sie zunächst gar nicht erkannt, weil ihr Gesicht blutüberströmt war", berichtet Thekow.

Was das Opfer kurz darauf berichtet, entsetzt selbst hartgesottene Polizeibeamte. Ein unbekannter Mann hatte auf dem Gehweg der Hammerstraße plötzlich von hinten auf die Frau eingeprügelt und sie über eine Hecke in einen Vorgarten gestoßen. "Dort hat er meiner am Boden liegenden Schwiegermutter mehrere Male heftig ins Gesicht geschlagen", berichtet Thekow. Ein Rettungswagen bringt die Frau ins Krankenhaus. Dort stellen Ärzte eine gebrochene Nase, einen tiefen Cut und Prellungen fest.

Auf der Krankenstation macht die 72-Jährige kurz darauf Bekanntschaft mit einer 46 Jahre alten Frau, der nur wenige Minuten zuvor Ähnliches passiert war. Sie war auf der Glückaufstraße Opfer des unbekannten Täters geworden. Der Mann hatte sie ebenfalls vor ihrer Haustür abgepasst, als sie ihr Fahrrad in den Keller tragen wollte. "Der Mann hat die Frau mitsamt ihrem Fahrrad die Stufen hinuntergestoßen und dann auf die am Boden Liegende eingeprügelt". berichtet Thekow. "Die Frau hat trotz ihrer Verletzungen noch Glück gehabt. Sie hätte sich auch das Genick brechen können."

In beiden Fällen hatte es der Täter nicht auf Geld abgesehen. "Die beiden Taschen meiner Schwiegermutter lagen unangerührt im Vorgarten", berichtet der Schwiegersohn. Auch bei dem Überfall an der Glückaufstraße nahm der Täter die Handtasche nicht mit.

Die Täterbeschreibungen der beiden Frauen stimmen im Wesentlichen überein: Demnach war der Angreifer 170-180 cm groß, hatte eine schlanke Figur, trug schulterlange, dunkle Haare und möglicherweise eine Sturmhaube oder eine graue Wollmütze, dazu dunkle Oberbekleidung und eine graue Hose, möglicherweise eine Jogginghose mit weißen Streifen. Thekows Schwägerin sah den Mann nach dem Überfall von ihrem Fenster im Obergeschoss in Richtung Bismarckstraße davonlaufen. Auch sie berichtet von dunklen, langen Haaren.

Die Beschreibung passt auch auf einen Unbekannten, der in der Silvesternacht in der Innenstadt an der Hopfenstraße eine 58-Jährige in einen Hausflur gestoßen hatte. Da der Mann seinem Opfer dabei die Handtasche raubte, geht die Polizei derzeit nicht davon aus, dass es sich um den selben Angreifer handelt, will es aber auch nicht ausschließen.

Auf jeden Fall ordnete die Polizei verstärkte Streifenfahrten in Meerbeck-Hochstraß und in der Innenstadt an.

Den Überfallenen bescheinigte die Polizei, sich richtig verhalten zu haben. In einer Pressemitteilung raten die Beamten: "Als die Frauen laut um Hilfe riefen, rannte der Täter in allen Fällen davon. Die Polizei rät: Machen Sie auf sich aufmerksam! Rufen Sie laut um Hilfe! In der Öffentlichkeit möglichen Zeugen die Situation deutlich machen. Zum Angreifer sprachliche Distanz schaffen; duzen lässt private Auseinandersetzung vermuten. Umstehende gezielt um Hilfe bitten. Versuchen Sie, sich das Aussehen des Täters einzuprägen. Prüfen Sie die eigene Wehrhaftigkeit und richten Sie das eigene Handeln daran aus. Meiden Sie einsame, unbeleuchtete Wege! Wechseln Sie die Straßenseite, wenn etwas oder jemand verdächtig erscheint. Schaffen Sie sich gegebenenfalls einen Schrill-Alarm an!"

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02841 171-0 entgegen.

Quelle: RP
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