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Moers
Freefall-Festival ist Geschichte

Das letzte Freefall-Festival 2015
Das letzte Freefall-Festival 2015 FOTO: Thomas Binn
Moers. Der zehnte Geburtstag war zugleich auch das Abschiedsfest des Musikfestivals in Moers. Von Vivien Daberkow

"Leb wohl" sagen fällt ja bekanntlich am schwersten - im Moersers Stadtpark sah das am Wochenende aber ganz anders aus. Da wurde bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 25 Grad nicht nur der zehnte Geburtstag des Freefall-Festivals gefeiert, sondern zugleich auch das Ende der "Umsonst & draußen"-Veranstaltung. 22 Band begleiteten das Festival auf seinem letzten Weg. Mehr als 10 000 Besucher kamen.

Das Freefall-Festival 2015 verabschiedet sich

"Ich komme schon hier hin, seitdem es das Festival gibt. Es macht einfach immer Spaß, und man lernt Bands aus der Region kennen, die man vorher überhaupt nicht kannte", sagt Lisa Kunze. "Es ist schon traurig, dass es das im nächsten Jahr nicht mehr geben wird, aber davon wollen wir uns jetzt nicht die gute Laune verderben lassen", fügt die 24-jährige noch hinzu.

Und die gute Laune kann man spüren: Während die Duisburger Band Paperstreet Empire auf der Bühne ihren letzten Song anstimmen, tanzt sich die Menge davor in Ekstase. Mittendrin Marcel Wende. Der 35-jährige ist Fan der ersten Stunde. Und er ist auch nicht allein gekommen. "Ich bin heute mit meiner kleinen Tochter hier, die soll schließlich auch noch mal den Park hier rocken, bevor alles vorbei ist", sagt der Moerser stolz. Für die fünfjährige Marie ist es das erste Mal auf dem Freefall Festival. Ausgestattet mit einem Gehörschutz rockt sie kräftig auf Papas Schultern mit. "Ich finde das richtig toll hier. Da kann ich am Montag im Kindergarten eine Menge erzählen", sagt die Kleine. Etwas wehmütig fügt der Vater hinzu: "Ich wäre natürlich auch gerne mal mit ihr hier hingegangen, wenn sie älter ist, aber daraus wird ja leider nichts mehr."

Die Band "Was Wenns Regnet" rockt das Freefall-Festival,... FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

Für Wehmut ist hinter der Bühne noch keine Zeit. Da ist Hektik angesagt, während Christian Schürmann, Sprecher des Organisationsteams des Freefalls, Paperstreet Empire abmoderiert. "Traurig ist hier im Moment keiner. Wir sind froh, dass es so gut läuft und das Wetter spielt ja auch super mit", sagt Schürmann.

Was war denn sein ganz persönlicher Höhepunkt in zehn Jahren Freefall-Festival? "Ganz klar das Jahr 2012. Da haben uns die Mitglieder von "The Bonny Situation" kurz vor ihrem Auftritt Backstage zusammengerufen, uns ein Bild übergeben und uns für die Organisation gedankt", sagt Schürmann. "Mit den Bonnys haben wir viel erlebt und sie mit uns. Das schweißt zusammen", fügt er hinzu. So gibt die Band am Sonntag auch ihr allerletztes Konzert und feiert auf der Freefall-Bühne ihren Abschied.

.... den Besuchern gefällt's. FOTO: Klaus Dieker

Und da hört man nun doch Wehmut in der Stimmen von Schürmann. Was er jetzt mit seiner neugewonnenen Freizeit anstellt, das weiß Christian Schürmann aber schon, auch wenn es wahrscheinlich nicht ganz Ernst gemeint ist. "Ich glaub', ich fang an zu stricken. Ja, das wäre mal eine Überlegung wert", so der 30-Jährige.

Aber nur weil es das Freefall Festival nicht mehr gibt, besteht der Freefall Kulturförderung e. V. weiter. "Wir drehen der Kulturszene in Moers ja jetzt nicht komplett den Rücken zu. Im Januar 2016 gibt es auf jeden Fall wieder eine Freefall-küsst-Bollwerk-Party im Bollwerk 107", so Schürmann. "Und auch so wird man bestimmt noch einiges von uns hören", fügt er hinzu. Wenn es auch das Festival nicht mehr in seiner bisherigen Form gibt, ganz streichen wird man den Namen nie aus der Moerser Kulturszene.

Bilder vom letzten Freefall-Festival sehen Sie hier. 

Quelle: RP
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