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Moers
Freundeskreis Hanns Dieter Hüsch zeigt Unbekanntes

Moers. Bei einer Abendveranstaltung ist des Moerser Kabarettisten, der vor über zehn Jahren verstarb, gedacht worden. Von Sabine Hannemann

Der Freundeskreis Hanns Dieter Hüsch hat bei einer Veranstaltung neue unbekannte Dokumente und Fotos des berühmten Moerser Kabarettisten und Schriftstellers, der vor über zehn Jahren verstarb, präsentiert. Der Freundeskreis hatte zu einem Frühlingsabend in den "Kleinen Reichstag" eingeladen. Ein Moerser Treffpunkt, der zu seinen Lebenszeiten so ganz nach Geschmack gewesen ist. Ein Wiederhören mit den niederrheinischen Hüsch-Typen stand auf dem Programm des Gesellschaftsabends.

Dazu hatten die Rezitatoren Georg Adler und Friedrich Marona die Hüsch-Literatur durchforstet. Seine bekannten wie beliebten Charaktere nahmen im Verlauf der Veranstaltung an Fahrt auf, wurden in ihrem niederrheinischen Naturell immer turbulenter. "Sie bekommen einfach mehr Tempo und Brisanz", so Friedrich Marona, der aber auch auf den Wesenszug von Hüsch hinwies. "Hüsch stand den Verlierern zur Seite und machte sich zu ihrem Anwalt", sagte Marona. Beispielsweise mit Liedern wie "Ich sing für die Verrückten ... die keiner Weltanschauung nützen" oder "Ich setz auf die Liebe". Ein Brückenschlag, der es bis in die aktuelle Flüchtlingssituation in den Kommunen schafft, wie Hans Meyer-Stoll betonte, der im Vorstand des Freundeskreises sitzt.

Erneut ist es gelungen, den Vereinsmitgliedern unbekannte Dokumente von Hüsch zu präsentieren. Der Saal im Kleinen Reichstag war mit bekannten Hüsch-Bildern aus verschiedenen Jahrzehnten dekoriert. "Wir haben auch noch völlig unbekannte Fotos zu sehen bekommen", sagte Meyer-Stoll. Wie er "leibt und lebte" vermittelten zusätzlich verschiedene Filmsequenzen, ganz zur Freude der anwesenden Mitglieder und auch Weggefährten wie Moses Jürgen Pankarz. Er hat von sich selbst als dem "Männekeszeichner" gesprochen, der allerdings mehr als nur Männekes gemalt hat. Für Hüsch hat er unter anderem Bücher illustriert.

Hüsch schaffte es mühelos, sein Publikum zu faszinieren aber auch nachdenklich zu stimmen. Ihm kam es nicht auf das große Ganze an, sondern stets auf die Details, die andere überhörten oder übersahen. Meyer-Stoll: "Für verschiedene deutsche Kabarettisten ist er maßgeblich gewesen. Aber ganz wenige reichen an ihn heran. Und wenn, dann erst im Alter."

Der Freundeskreis will weiter sein facettenreiche Leben und Wirken präsent halten. Bei Freunden sein Bild lebendig halten, Interessierte für den Freundeskreis gewinnen, gelingt, wie Georg Adler, Rezitator aus Duisburg, bestätigte. "Durch ihn habe ich den Niederrhein mit seiner Landschaft, der Natur und den Menschen erst richtig kennengelernt. Das ist alles so originell. Hüsch hat den Menschen immer auf den Mund geschaut. Hüsch verbindet uns doch alle", sagte Adler. Halbjährlich lädt der Freundeskreis zu Veranstaltungen mit bewährten Rezitatoren ein.

Quelle: RP
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