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Moers
Freundin des Glaubens und der Kultur

Moers: Freundin des Glaubens und der Kultur
Monika Pankoke-Schenk feiert heute Geburtstag. Die Moerserin setzt sich für Frauen in Entwicklungsländern ein und hat viel für die Kultur in der Grafenstadt getan. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Monika Pankoke-Schenk wird heute 75 Jahre alt. Hoch gewürdigt ist ihr Wirken in der Weltkirche, für die Verbesserung des Lebens für Frauen vor allem in Entwicklungsländern. Wenige wissen aber um ihren Einsatz für die Kultur in Moers. Von Anja Katzke

Monika Pankoke-Schenk hat immer wieder hinter die Kulissen dieser Welt geblickt. Zahlreiche Projektreisen führten sie nach Afrika, Indien und China. Als Generalsekretärin von "Missio", des Päpstlichen Missionswerks in Aachen, machte sie sich für Frauen stark, die Menschenrechtsverletzungen erleben, sie prangerte Prostitution und Frauenhandel an. "Mein Engagement galt der Weltkirche. Ich wollte den Menschen mit erfahrbarer Hilfe zur Seite stehen", betont die Moerserin, die heute 75 Jahre alt wird.

Wenngleich der Blick der promovierten Sozialwissenschaftlerin und christlichen Sozialarbeiterin oft in die Ferne ging, ist Moers für sie Heimat geblieben, und die Kultur in der Grafenstadt ein wichtiges Anliegen. Vor 40 Jahren gehörte Monika Pankoke-Schenk zu den Moerser Politikern, die den kulturellen Aufbruch in nur wenigen Jahren stemmten. Sie war von 1975 bis 1979 für die CDU Mitglied im Kulturausschuss.

"Ich erinnere mich noch sehr gut an die Gründung des Schlosstheaters", betont sie. "Wir haben fraktionsübergreifend beschlossen, das StM als experimentelles Theater am Niederrhein zu etablieren, als ein zusätzliches Angebot zur Oper am Rhein. SPD und CDU haben damals gut zusammengearbeitet. Es war mir immer ein Anliegen, die Kultur zu fördern." Ein bisschen bedauert Monika Pankoke-Schenk deshalb, dass sie keine Einladung zum Festakt anlässlich des 40. Geburtstags des Schlosstheaters erhielt. Die Premieren der ersten Jahre, die Orestie, Bachantinnen, das Leben des Galilei, seien brillante Inszenierungen gewesen, sagt sie und erinnert: "In der Orestie saß das Publikum knietief im Wasser." Während die Gründung des Schlosstheaters im Konsens beschlossen worden sei, habe man beim Moers Festival mehr Überzeugungsarbeit leisten müssen, sagt sie. "Es gab Sperren in beiden Fraktionen von SPD und CDU. In der Diskussion fielen Aussagen wie: Dann werden den Enten im Schlosspark die Hälse umgedreht", erzählt Pankoke-Schenk lachend.

Burkhard Hennen habe von Anfang an Spitzenmusiker nach Moers geholt: "Anthony Braxton spielte vor der St.-Josef-Kirche ,Nun bitten wir den Heiligen Geist'. Das war ein Erlebnis." Monika Pankoke-Schenk sieht die Kultur in Moers heute gut aufgestellt: "Ich habe mir auf dem Moers Festival das Spiel von Colin Stetson auf dem Saxofon angehört. Ich bin keine Jazzkennerin, aber das war sehr beeindruckend. Das Festival ist auch heute in guten Händen ebenso wie das Schlosstheater und die Galerie Peschkenhaus." Die Finanzierbarkeit von Kultur habe sich jedoch verändert. "Heute ist die Fantasie der Veranstalter gefragt, Sponsoren zu finden. Privatinitiativen sind mehr denn je gefragt."

Die Moerserin, die sich viele Jahrzehnte in der katholischen Kirche und in Vereinigungen engagiert hat, war vier Jahre lang Kulturpolitikerin für CDU in Moers. Dann entschied sie sich für einen anderen Weg. "Ich war damals Ortsvorsitzende des Sozialdiensts katholischer Frauen und wurde 1980 zur Generalsekretärin berufen - mit bundesweiter Tätigkeit. Ich konnte mich daher vor Ort nicht mehr engagieren." Für Monika Pankoke-Schenk war die Weltkirche zum prägenden Betätigungsfeld geworden. Sie war Präsidentin des Päpstlichen Missionswerks ("als erste Frau seit 150 Jahren.") und leitete das Frauenmissionswerk. "Für das Frauenhilfswerk war ich auf allen Kontinenten. Ich war in den Slums von Kalkutta, im Kongo und Nigeria." Immer setzte sie sich für die Besserstellung der Frauen ein.

Sie engagierte sich für den christlich-jüdischen und deutsch-polnischen Dialog. Verdienste, die Würdigung fanden. Die Stadt Moers verlieh ihr den Ehrenring. Für ihre herausragenden Leistungen wurde sie auch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Und noch heute bestimmt das karitative Wirken den Alltag der Seniorin, zum Beispiel als Stiftungsvorstand der Katharinen-Stiftung.

Quelle: RP
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