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Moers
Friedhofstanne für den Neumarkt

Moers: Friedhofstanne für den Neumarkt
Es ist geschafft: Gestern Abend um 18 Uhr hatten Mitarbeiter der Enni und eines Transportunternehmens den Baum endlich aufgestellt. FOTO: Klaus Dieker
Moers. 17 Meter hoch, dafür aber krumm und schief ist der Weihnachtsbaum, den die Enni gestern auf dem Moerser Neumarkt aufgestellt hat. Auch beim Aufrichten mit einem Kran gab es Probleme. Von Jürgen Stock

Es ist schon dunkel, als um 16.45 Uhr das Handy von Harry Schneider klingelt. Schneider ist Teamleiter Baum bei der Enni. In dieser Funktion überwacht er das Aufstellen des Weihnachtsbaums auf dem Moerser Neumarkt. Am Apparat ist Schneiders Chef, Enni-Geschäftsführer Lutz Hormes. "Ich habe gehört, dass der Baum in diesem Jahr nicht so schön sein soll", sagt Hormes. Schneider druckst ein wenig herum. Die Frage ist ihm an diesem Tag nicht zum ersten Mal gestellt worden. "Wir sind ja auch noch nicht fertig", beruhigt er seinen Chef. "Da müssen noch ein paar Äste ab, dann passt das schon."

Tatsächlich sieht der Baum, nachdem die Motorsägen etliche Festmeter Nadelholz produziert haben, nicht mehr so komplett durch den Wind aus, wie bei der Anlieferung anderthalb Stunde zuvor. Aber schön ist anders. Der Stamm ist bei aller Liebesmüh' nicht gerade zu bekommen, und auch im oberen Drittel sind die Äste nicht gerade gleichmäßig gewachsen.

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung Moers die Tradition des Weihnachtsbaumaufstellens auf dem Neumarkt eingeführt. Später hatte die Enni dann die Aufgabe übernommen. Dabei hatte man in den vergangenen Jahren stets Bäume verwendet, die Bürger angeboten hatten. "In diesem Jahr aber hatten wir nur zwei Angebote, und die waren beide nichts", berichtet Schneider. Daher habe man auf einen Baum zurückgreifen müssen, der auf dem Friedhof Lohmannsheide bereits die stattliche Höhe von 17 Meter erreicht hatte.

Offenbar war die Tanne schon von Natur aus nicht gerade der idealtypische Weihnachtsbaum, doch nun kam auch noch das gewaltige Gewicht von mehr als vier Tonnen hinzu. Und so kam es, dass bei dem auf der Seite liegenden Baum mehrere dicke Äste brachen. Auch auf dem Transport selbst litt die fast bis auf die Straße hinunter hängende Tanne noch einmal. Sechs Meter breit lag der Baum schließlich auf dem Tieflader. "Zwei Fahrspuren haben wir für den Transport blockiert", sagt Schneider.

Auch beim Aufstellen selbst ging nicht alles glatt. Ausgerechnet an diesem Tag dauerten die Aufräumarbeiten vom morgendlichen Wochenmarkt länger als sonst. Zudem musste der dicke Stamm in Form gebracht werden. Als endlich die Lichterketten eingezogen werden konnten, war es bereits dunkel.

Anlieger nahmen den Anblick der Krummtanne gelassen: "Letztes Jahr war der schöner", sagt Tanja Alf-Friese von "Oil & Vinegar".

Im Kiosk nebenan hat Silvia Waselki über Stunden hinweg das Baum-Spektakel verfolgt. Auch ihr sind die ästhetischen Makel nicht verborgen geblieben. "Aber ich bin froh, dass wir jetzt überhaupt wieder einen Baum hier haben."

Quelle: RP
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