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Moers
Früher Bergmann - heute Aquarellmaler

Moers. Willi Rademann arbeitete unter Tage, jetzt malt er Landschaften und Stadtansichten. Von Jutta Langhoff

"Ich muss mich mal eine Stunde wegsetzen, ich habe da was gesehen." Diesen Satz hörten die Mitreisenden von Willi Rademann mehr als einmal, als sie mit ihm in diesem Frühjahr auf einer von den beiden Repelener Pfarrern Heinrich Bösing und Uwe-Jens Bratkus-Fünderich organisierten ökumenischen Pilger- und Studienreise in der Toscana und in Rom waren. Und Willi Rademann sah dabei viel, wobei er das, was er sah, jedes Mal mit Bleistift in einem stets mitgeführten Skizzenbuch festhielt.

Nach der Rückkehr entstanden daraus eine Reihe luftig leichter Aquarelle, die jetzt neben einer Reihe seiner weiteren Arbeiten in der Repelener Dorfkirche zu sehen sind. "Ich habe schon als Kind gerne gemalt und gezeichnet", erklärte der lange Jahre als Schlosser auf der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort tätige Künstler bei der Eröffnung seiner Ausstellung. Später habe er dann in einer Gruppe kunstinteressierter Bergleute den Rheinberger Maler Hein Hoppman (er starb 1982) kennengelernt und mit dessen Hilfe vor allem seine zeichnerischen Fähigkeiten weiter ausgebaut und gepflegt. Heute nutzt Willi Rademann diese Erfahrungen als Grundlage für Öl- und Pastellarbeiten, wobei er allerdings auch weiterhin gerne Feder- und Bleistiftzeichnungen anfertigt. Am liebsten aber sind ihm Aquarelle. "Die gehen mir irgendwie besonders leicht von der Hand."

Eine Einschätzung, die auch Uwe-Jens Bratkus-Fünderich nur bestätigen konnte: "Ich verstehe ja nicht viel von Kunst, aber mit diesen Aquarellen hat Willi Rademann die Atmosphäre unserer Reise besser eingefangen als alle Fotos", lobte er in seiner Eröffnungslaudatio. Ein besonderes Kompliment, denn Pfarrer Bratkus-Fünderich ist selbst ein versierter Fotograf, wie ein kleiner, von seinen Fotos untermalter Vortrag von der gemeinsam erlebten Italienreise an diesem Abend bewies.

Die Ausstellung von Willi Rademann besteht aus insgesamt 30 eher kleinformatigen Aquarellen, die neben Landschafts- und Städte-Eindrücken von der ökumenischen Toskana- und Romreise auch zahlreiche andere Arbeiten, zum Beispiel vom Niederrhein, der Ostsee und weiteren Mittelmeerreisen, umfasst. Alle Arbeiten sind zu einem einheitlichen Preis von jeweils 150 Euro zu erwerben. Den Verkaufserlös stellt der Künstler der demnächst nötigen Restaurierung der Orgel in der Repelener Dorfkirche zur Verfügung.

Die Ausstellung mit den Aquarellen des Moerser Künstlers Willi Rademann kann vor und nach den üblichen Gottesdienstzeiten der Repelener Dorfkirche, An der Linde, sowie zu dortigen Konzerten besichtigt werden.

Quelle: RP
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