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Moers
Für Rathaus-Anbau fallen 27 Bäume

Moers: Für Rathaus-Anbau fallen 27 Bäume
Die Fassade des historischen Rathauses bleibt erhalten. Links daneben entsteht ein Neubau. FOTO: Bellinger
Moers. Den Protesten einiger Anwohner zum Trotz machen die Planungen für das neue Rathaus Utfort weiter Fortschritte. Zuletzt hatten einige Anwohner dagegen protestiert, dass mit dem maroden denkmalgeschützten ehemaligen Rathaus der Gemeinde Rheinkamp auch ein benachbartes Grundstück mitverkauft und nun zum Teil überbaut werden sollte.

Dadurch würde, so die Bedenkenträger, eine gewachsene Parklandschaft zugunsten der Interessen eines privaten Investors verschwinden. Doch ganz so schlimm wird es wohl nicht kommen. Für Thorsten Schröder, Sprecher der Stadt, ist der vermeintliche "Park" ohnehin nur "eine verkotete Hundewiese ohne jede Aufenthaltsqualität". Die Umsetzung der Pläne des Investors Zumwinkel mit Wegen, einem Spielplatz und Sitzmöglichkeiten werde das Areal sogar aufwerten.

Allerdings wird es nicht ganz ohne Baumopfer abgehen. Nach dem aktuellen Konzept müssen 27 durch die Baumschutzsatzung geschützten Bäume (unter anderem Linden, Kastanien, Hainbuchen, Eichen) gefällt werden. Die Bäume sind im Schnitt 20 bis 40 Jahre alt, einzelne haben ein Alter von etwa 80 Jahren. Die Stammumfänge betragen von unter 80 bis 350 Zentimeter.

Die Erschließung der neuen Wohnanlage soll nicht von der Rheinberger Straße (rechts), sondern von der Rückseite her erfolgen. FOTO: stadt moers

Das Bepflanzungskonzept des Investors sieht die Pflanzung von Bäumen mit Stammumfängen von 20/25 bis 30/35 Zentimeter (üblicherweise werden Bäume mit Stammumfängen von 18/20 Zentimeter gepflanzt) vor. Die aus Baumschulen stammenden neuen Bäume dürften ein Alter von etwa 15 Jahren haben.

Ursprünglich hatte die Stadt Moers lediglich das ehemalige Rathaus-Gebäude verkaufen wollen. Doch es fand sich kein Käufer. Zuletzt wurde selbst ein Abriss des geschichtsträchtigen Gebäudes in Erwägung gezogen. Doch dann gab die Unternehmensgruppe Zumwinkel im Jahr 2016 ein Angebot ab und erhielt den Zuschlag. Das Unternehmen will auf 8300 Quadratmetern ein neues Wohnquartier mit öffentlich geförderten Wohnungen entwickeln. "Nicht zuletzt wegen der Wohnbauförderung durch das Bauministerium NRW ist aus dem Projekt eine Quartiersentwicklung im größeren Ausmaß geworden", erläutert der Technische Beigeordnete Thorsten Kamp. "Städtebaulich ist das für die Stadt Moers ein Gewinn." Bezahlbarer Wohnraum sei in Moers knapp. Die barrierefreie Erschließung des Gebäudes erfolgt von der Rückseite. Der vordere, markante Eingangsbereich bleibt unverändert erhalten. Das Souterrain ist nicht für Wohnungen geeignet. Hier soll voraussichtlich eine Arztpraxis einziehen.

Der Neubau wird eine L-Form mit Südausrichtung zum Park und enthält eine Freifläche im Innenbereich. Insgesamt werden 70 Wohnungen geschaffen. Die Erdgeschosswohnungen werden mit Gärten ausgestattet. Fahrradabstellanlagen sowie Abstellplätze für Rollatoren und Kinderwagen sind ebenfalls vorgesehen.

"Insgesamt ist das ein sehr stimmiges, rundes Konzept. Für uns ist das sozialer Wohnungsbau mit einer ansprechenden Architektur und hoher Wohnqualität", betont der Beigeordnete Kamp.

Die Stadt bittet um Verständnis, dass die Planung anders als bei Projekten zur Stadtentwicklung und Stadtgestaltung ohne Beteiligung der Öffentlichkeit verläuft. "Das Vorhaben wird zu einer positiven Entwicklung des Ortsteils Utfort beitragen", sagt Kamp. Gemeinsam mit dem Investor will die Stadt bei weiterem Planungsfortschritt die Bürger informieren.

(ock)
 
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