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Moers
Gabriele Kaenders - eine Linke, die scharf rechnet

Moers. Gabriele Kaenders kam am Tag der Arbeit 1951 zur Welt. Das ist in den ersten Jahren ihres Lebens aber schon das einzige, was die Landtagskandidatin der Linken mit der Arbeiterbewegung verband. "Meine Eltern haben CDU gewählt, und ich bin streng katholisch erzogen worden", erinnert sich die 65-Jährige. Auf Wunsch ihres Vaters wurde sie Finanzbeamtin. Noch im Juso-Alter traten sie und ihr Mann der SPD bei. "Für Moerser Juso-Verhältnisse waren das richtig aufrechte Linke", erinnert sich eine Mitstreiterin. 1990 traten die Eheleute gemeinsam aus der SPD aus. "Private, nicht politische Gründe", so Kaenders, hätten den Ausschlag dafür gegeben. Man kann wohl auch sagen: Die Kaenders waren menschlich enttäuscht vom Verhalten einiger Moerser Genossen. Nachdem schwere Krankheiten die Eheleute vorzeitig zum Ausscheiden aus dem Berufsleben zwangen, traten sie 2005 der damaligen PDS bei. Ein ehemaliger SPD-Ratsherr, den es zur SED-Nachfolgepartei gezogen hatte, überzeugte beide, dass ihre politische Zukunft links von der SPD liege. Aber was Kaenders eigentlich vorantreibt, ist nicht Klassenkampf, sondern das Engagement für soziale Gerechtigkeit. "Das findet sich auch bei der CDU", sagt Kaenders, weshalb sie als Ratsfrau nicht selten mit den Christdemokraten stimmte. Bei der Kampagne für die (gescheiterte) Abwahl des SPD-Bürgermeisters Norbert Ballhaus arbeitete sie ebenfalls mit der CDU zusammen. "Wir sitzen eben beide in der Opposition", sagt Kaenders. Dieser Pragmatismus wurde ihr 2016 zum Verhängnis: 2016 verlor sie ihr Amt als Fraktionsvorsitzende der Linken im Moerser Rat.
Quelle: RP
 
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