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Moers
Geheimnisverrat: Polizistin geht gegen Gerichtsurteil vor

Moers. Für eine Polizeibeamtin geht es nach einer Verurteilung wegen Geheimnisverrats in die zweite Runde. Sowohl die 39-Jährige als auch die Staatsanwaltschaft haben Berufung eingelegt, teilte das Amtsgericht jetzt mit. Die Rheinbergerin soll unter anderem während ihrer Tätigkeit in der Wache Kamp-Lintfort vertrauliche Informationen weitergeleitet haben.

Die im Oktober wegen Geheimnisverrats zu einer Geldstrafe verurteilte Beamtin will sich in der Berufungsverhandlung gegen den Richterspruch wehren. Nach einer Beweisaufnahme mit vielen Zeugen war sie vor dem Rheinberger Amtsgericht wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen in einem Fall zu einer Geldstrafe von 7800 Euro verurteilt worden. Sie hatte ihre Unschuld beteuert und einen Freispruch gefordert. Jeder beliebige Kollege hätte sich die Informationen unter ihrer Kennung beschaffen können, sagte sie.

Auch der Staatsanwalt war mit der Entscheidung des Rheinberger Amtsgerichts in erster Instanz nicht zufrieden. Er sah acht Fälle als erwiesen an und hatte eine Verurteilung zu einer fünfzehnmonatigen Freiheitsstrafe beantragt. Die Beamtin habe unter ihrer individuellen Kennung Überprüfungen im polizeilichen Informationssystem durchgeführt, die nicht gerechtfertigt waren. Ihr Wissen über Haftbefehle und vorangegangene Ermittlungen oder mögliche Telefonüberwachungen sei damit an Unberechtigte gelangt. So habe sie beispielsweise für einen Mitangeklagten Personen überprüft. Belastende Ausdrucke waren bei einer Razzia im Rotlicht-Mileu gefunden worden.

Jetzt wird sich das Klever Landgericht mit dem Fall befassen. Ein Termin für die Verhandlung ist noch nicht bekannt.

(BL)
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