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Moers
Gemalter Humor in Öl und Acryl

Moers: Gemalter Humor in Öl und Acryl
Monika Jaklich vom Kunstverein Peschkenhaus hat den Cartoonist, Zeichner und Illustrator Wolf-Rüdiger Marunde eingeladen, seine Arbeiten im Peschkenhaus auszustellen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Galerie Peschkenhaus zeigt ab morgen Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde. Titel: "Am Busen der Provinz". Von Anja Katzke

Er lässt mal eben zwei Vögel in einem an der Wäscheleine hängenden BH nisten. Oder eine Herde Schweine durchs große Fenster ins schnieke Eigenheim glotzen, während der Bauer erklärt: "Das war mal Euer Stall." Und er lässt eine Frau mit Einkaufswagen davon schwärmen, wie schön es doch ist, auf der grünen Wiese einzukaufen - ohne Auto. Ob in Öl, Acryl oder als Aquarell, die Cartoons von Wolf-Rüdiger Marunde bestechen in Kombination mit den dazu gestellten Texten und Sprechblasen mit fein-pointiertem Witz und skurrilem Humor.

Eines ist jetzt schon klar: Diese Ausstellung in der Galerie Peschkenhaus verlässt jeder mit einem Lächeln im Gesicht. Eröffnet wird sie morgen, Sonntag, 3. Dezember, um 11 Uhr. Der Illustrator, Cartoonist und Zeichner reist aus dem Norden an und wird selbst in seine Arbeit einführen. Der Kunstverein Peschkenhaus zeigt auf drei Etagen rund 100 Karikaturen und Cartoons des Künstlers, der für Stern, Brigitte und Hörzu arbeitet und mehrere Auszeichnungen erhalten hat. "Es ist seine erste Ausstellung im westlichen Rheinland", betont Monika Jaklic, die Wolf-Rüdiger Marunde in die Moerser Galerie an der Meerstraße eingeladen hatte.

"Er hat sofort zugesagt", freute sich das Vorstandsmitglied des Moerser Kunstvereins. "Ich verfolge seine Arbeiten schon sehr lange. Er ist mir immer wieder aufgefallen wegen der Skurrilität seiner Cartoons. Man hat viel zu lachen. Außerdem ist er ein begnadeter Maler, wie vor allem auch seine Arbeiten in Öl zeigen." Die Ausstellung im Peschkenhaus trägt den Titel "Am Busen der Provinz". Und dieser scheint tatsächlich Programm im Schaffen des Künstlers zu sein, der heute in Hitzacker das Dörfliche lebt. Marunde schaut den Menschen aufs Maul, malt das, was sie im Alltag bewegt, und platziert sie immer wieder in Dörfer, Kleinstädte und Landschaften hinein.

Darüber hinaus scheint er ein besonderes Faible für Schweine zu haben. Sie tauchen in vielen seiner Arbeiten auf, vielfach auch als bedauernswerte Wesen: Ein Cartoon zeigt, wie sie in einen Transporter getrieben werden. Der Kommentar dazu lautet ein wenig gemein: "Sie haben ihnen erzählt, es ginge auf eine goldene Herbstfahrt." Umweltthemen (Windkraft, Elektrosmog etc.) greift Marunde in seinen Arbeiten ebenso auf wie die Jagd und die öffentlichen Verkehrsmittel. Ein Cartoon macht in der Ausstellung den Besucher nachdenklich. Baggerfahrer reißen ein Loch so groß wie ein Krater ins Erdreich, ein riesiger Knopf kommt zum Vorschein. Darauf steht: Reset.

Wer einen Besuch der Ausstellung plant, sollte sich Zeit nehmen, in Ruhe die Bilder anschauen und die Texte lesen. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Januar. Am Donnerstag, 14. Dezember, 18 Uhr, findet in diesem Rahmen eine weihnachtliche Teestunde statt. Am Sonntag, 17. Januar, 17 Uhr, liest Joachim Henn.

Quelle: RP
 
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