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Rheurdt
Gemeinde hält nichts von Integrationszentrum

Rheurdt. Brauchen die Städte und Gemeinden im Kreis Kleve ein "kommunales Integrationszentrum"? Unter anderem um diese Frage geht es in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses in Rheurdt am 19. November. Die Kreistagsfraktion der SPD hatte den Vorschlag, ein solches Zentrum einzurichten, geäußert. Das Land bietet finanzielle Unterstützung für kommunale Integrationszentren an, die Angebote in allen schulischen Bereichen machen, um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien zu verbessern. Dafür können zwei Lehrkräfte abgeordnet werden. Für zwei zusätzliche Sozialarbeiterstellen, eine Verwaltungskraft und eine halbe Stelle für eine Assistenzkraft würden Personalkostenzuschüsse gezahlt, bis zu 170 000 Euro. Von Stefan Gilsbach

Klingt eigentlich gut, doch für Klaus Kleinenkuhnen, den Bürgermeister von Rheurdt, hat der Vorschlag einige Nachteile. Zum einen missfällt ihm, dass eine Stelle entsteht, "die sich Dinge ausdenken, die wir dann lokal umsetzen müssen", meint er. Damit nicht genug: Die beiden federführenden Lehrkräfte "könnten auch Ehrenamtler quer durch den Kreis schicken. Das werden die Leute nicht mitmachen." Und das, wo es ohnehin nicht leicht sei, Ehrenamtler für solche Aufgaben zu gewinnen.

Ein weiterer Grund: Es gibt bereits über Bildungswerke etc. eine solche Zusammenarbeit unter den Kommunen, warum nun für viel Geld parallele Strukturen schaffen. Wobei die Kosten für das Personal (ebenso wie eine lockende Anschubfinanzierung von 18 000 Euro) nur für drei Jahre gezahlt werden. "Und was passiert dann?", fragt Kleinenkuhnen. Er zöge es vor, wenn dieses Geld den Projekten vor Ort zugute käme. Wenn ein kommunales Integrationszentrum Sinn habe, dann eher für größere Städte, meint der Bürgermeister.

Die Gemeindeverwaltung hatte sich in diesem Sinne bereits im August geäußert, allerdings hatte Landrat Wolfgang Spreen den Bürgermeistern im Kreis vorgeschlagen, einen Gesprächstermin mit dem Landes-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales zu vereinbaren, um vorzuschlagen, ein kommunales Integrationszentrum auf Ebene der Landesverwaltung einzurichten.

Dieser Gesprächstermin soll nächste Woche stattfinden, Kleinenkuhnen ist dann verhindert. "Anstatt 17 Leute nach Dortmund reisen zu lassen, wäre es eigentlich besser, ein Staatssekretär würde zu uns kommen."

Quelle: RP
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