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Rheurdt
Gemeinde warnt: Feuchttücher verstopfen Leitungen und Pumpen

Rheurdt: Gemeinde warnt: Feuchttücher verstopfen Leitungen und Pumpen
Und wieder macht es jemand falsch: Gebrauchte Feuchttücher müssen im Hausmüll entsorgt werden, nicht über die Abwasserleitungen! FOTO: Schmidt
Rheurdt. Die beliebten Vliese gehören nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll, so die Verwaltung. Sonst drohen aufwendige und teuere Sondereinsätze.

Feuchttücher werden von vielen Menschen im Haushalt gern eingesetzt. Allerdings bedeutet die Entsorgung der Tücher für die Abwasserbeseitigung oft ein Problem. So auch in der Gemeinde Rheurdt. Die Verwaltung hat nun die Bürger darauf hingewiesen, dass Feuchttücher nur in den Abfalleimer gehören, nicht in die Toilette.

"Vor allem in den Abwasserpumpen im Kanalsystem kommt es immer wieder zu Verstopfungen, da sich die Feuchttücher nicht auflösen", teilt die Gemeindeverwaltung mit. "Sie bestehen aus hoch reißfesten Kunstfasern." Durch die Verstopfung der Pumpen fallen diese oft aus, die Beseitigung des Problems führe zu "zeit- und kostenintensiven Sondereinsätzen der Mitarbeiter des Abwasserentsorgungsbetriebs", heißt es. "Die so entstehenden, nicht unerheblichen Kosten werden in die Abwassergebühr eingerechnet."

Kurz gesagt: Weil manche Einwohner die Tücher nicht so entsorgen, wie sie sollten, müssen alle Gebührenzahler dafür draufzahlen. Und solche Sondereinsätze, weil mal wieder eine Pumpe vor den verklumpten Tuchfasern kapitulieren musste, kommen gar nicht so selten vor. Im Gemeindegebiet von Rheurdt mussten im vergangenen Jahr 18 Mal die Mitarbeiter ausrücken, um diese Schäden zu beseitigen. "Einmal war sogar die Pumpe im Klärwerk Schaephuysen betroffen", so die Gemeinde. "Aber auch die Hausanschlussleitungen auf den Grundstücken und die Kanäle in den Straßen können verstopfen." Der Rückstau trifft bedauerlicherweise nicht nur die Verursacher, sondern auch die anderen Haushalte, die angeschlossen sind.

Die Gemeinde Rheurdt ist nicht die einzige Kommune in Nordrhein-Westfalen, die unter der Feuchttuchlawine leidet. Um ein Beispiel zu nennen: Das Klärwerk Solingen-Ohligs teilte im Oktober mit, dass jeden Monat zehn Tonnen des genannten Materials mit einem Rechen aus dem Abwasser geholt werden müssen. Dabei gibt es eine ganz einfache Methode, solchen teuren und lästigen Ärger zu vermeiden: Einfach die Feucht- und Hygienetücher im Restmüll entsorgen.

(s-g)
 
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