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Moers
Goldene Ananas für den lautesten Jubel

Moers: Goldene Ananas für den lautesten Jubel
Wie hier "The Chief" gaben alle Künstler alles, um das Publikum und die Jury von sich zu überzeugen. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Beim Moerser Songslam buhlen Künstler um die Gunst des Publikums und überzeugen durch viel Spaß an selbstgemachter Live-Musik."Bilstein und Freunde" aus Wuppertal gewinnen. Von Ulrike Rauhut

Eine goldene Ananas, die eigentlich eher kupferfarbenen ist, gab es beim zweiten Moerser Songslam im Bollwerk zu gewinnen - ein großartiger Preis, wie die schlagfertigen Moderatoren Helge Goldschläger und Markim Pause meinen. Und das nur, weil der berichtende Kollege dieser Zeitung bei der Premiere der Veranstaltung im Mai monierte, eine Moers-Tasse als Preis sei doch etwas popelig.

Ob Tasse oder Ananas - es geht nicht um den Preis. Es geht um viel mehr. "Es geht um Spaß an selbstgemachter Live-Musik, gewürzt mit einem spannenden Wettbewerb", meinen die Düsseldorfer, die das Format unter dem Titel "Poesieschlacht" als eine neue Spielart des Poetryslam anbieten. Und es geht darum, Teil dieser neuen, boomenden Szene zu sein. Zu erleben, wie man mit eigenen Texten und Melodien Menschen berühren und begeistern kann. Sich zu beweisen im Wettstreit mit drei weiteren Künstlern um die Gunst des Publikums. Ein Publikum, das nicht weiß, was es an diesem Abend erwartet.

Obwohl hier theoretisch jeder mitmachen kann, sind es ganz und gar keine Anfänger, die sich an diesem Abend mit ihren Gitarren ans Mikrofon auf der kleinen Bühne in der Bollwerk-Kneipe stellen. Jonathan Harder zum Beispiel. Der 23-jährige Düsseldorfer hat bereits eine CD mit sieben eigenen Songs herausgebracht, ist, wie die anderen Teilnehmer auch, auf kleineren Festivals unterwegs und gibt "Wohnzimmerkonzerte".

Die Leidenschaft für die Musik und die Bühnenroutine merkt man allen Teilnehmern an. Harder überzeugt mit seiner sanften Stimme und den tiefsinnigen, englischsprachigen Texten und erreicht damit das Finale des Abends. Als einziger trägt er auch ein Lied am Klavier vor. Auch "The Chief" alias Volker Specht aus Gelsenkirchen singt auf Englisch, nennt seine Musik "ehrlichen, kompromisslosen Akustik-Folk-Rock" und träumt von den ganz großen Bühnen. In Moers musste er sich allerdings nach der ersten Runde geschlagen geben. Fünf Personen, die spontan aus dem Publikum ausgewählt wurden, halten nach jedem Sechs-Minuten-Auftritt ihre Wertung zwischen 1 und 10 in die Höhe.

Jörg Kemp aus Düsseldorf kommt in die zweite Runde. Er ist das einzige ältere Semester zwischen lauter jungen Männern. Der "Songpoet" ist seit seiner Jugend mit diversen Bands unterwegs und hat beschlossen, sein Talent im fortgeschrittenen Alter wieder aufleben zu lassen. Entsprechend nachdenklich und "altersweise" sind auch seine deutschen Texte. Die eher jungen Leute im Publikum und an den Wertungskarten wählen ihn nach der zweiten Runde aus dem Wettbewerb.

Nach zwei Stunden stehen die beiden Finalisten fest, die mit jeweils nur einem Lied gegeneinander antreten. Am Ende zählt dann nicht mehr die Wertung der Jury, sondern der Applaus des ganzen Publikums. "Bilstein und Freunde", zwei junge Männer aus Wuppertal, bekommen den lautesten Jubel. Mit zwei Gitarren und teilweise auch zweistimmig, mit frischen, lyrischen Texten über Liebe und Sehnsucht treffen sie den Nerv und nehmen die "Goldene Ananas" mit nach Hause. "Es gibt kein` Sommerwind, der deine Sorgen nicht mitnimmt - komm, genieß die Zeit!", das war einfach das passende Motto für diesen ersten Abend der Sommerferien.

Quelle: RP
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