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Moers
Gotthard Kladetzky kombiniert große Komponisten

Moers. Seit fast vier Jahrzehnten ist der Pianist Gotthard Kladetzky eine feste Größe in der Moerser Musikszene. Neben weitgefassten Zyklen zu einzelnen Komponisten gestaltet der gebürtige Kölner Klavierabende mit Mischprogrammen, die er dramaturgisch sorgfältig zusammenstellt. So auch bei seinem jüngsten Rezital im Martinstift, in dem er Kompositionen von Mozart, Beethoven, Brahms und Louis Moreau Gottschalk kombinierte.

Das Konzert begann mit Mozarts Fantasie d-Moll, deren "leichte" Spielbarkeit Kladetzky mit tiefem Gehalt zu verbinden verstand. Leider wurde der Auftakt durch einen Pfeifton, verursacht durch die Rückkoppelung eines Hörgeräts, gestört. Nach Behebung des Problems knüpfte der Pianist mit der Sonate D-Dur-Sonate KV 576 an die typisch Mozartsche Transparenz an, die so einfach erscheint, beim Spielen aber ihre Tücken offenbart, weil sie selbst die leiseste Ungenauigkeit gnadenlos offenbart. Ganz makellos gelang die Interpretation nicht, aber dank seiner langjährigen Bühnenroutine meisterte Kladetzky das Werk weitgehend souverän. Von angenehmer dramatischer Unaufdringlichkeit und mit viel Schwung gestaltete er danach Beethovens Pathétique als Höhepunkt des Konzerts, zu dem Brahms' Sieben Fantasien op. 116 durch ihre spannenden Wechsel im Ausdruck einen effektvollen Gegenpart bildeten. Für ein furioses Finale sorgten drei Kompositionen Gottschalks, mit denen Kladetzky ein Feuerwerk zündete, das von den rund 30 Besuchern begeistert gefeiert wurde. Der nächste Klavierabend ist für den 10. März 2017 geplant.

(prs)
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