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Rheurdt
Grüne möchten etwas gegen Schottergärten tun

Rheurdt: Grüne möchten etwas gegen Schottergärten tun
Eine einzelne Pflanze als Alibi, der Rest graues Gestein: Diese Art des "Gartens" ist derzeit der letzte Schrei bei vielen Hausbesitzern. FOTO: Kaiser
Rheurdt. Immer mehr grüne Gärten werden in graue verwandelt. Das macht nicht nur der Ökopartei in Rheurdt Sorgen.

Christa Hoeps empfindet immer Bedauern, wenn sie sieht, dass wieder aus einem grünen Vorgarten eine Schotterfläche geworden ist. Die Rheurdterin beklagt den aktuellen Trend zu Kies- und Steingärten. "Ich finde das befremdlich", sagt sie. "Wir leben hier in einer dörflichen Gegend, und die Leute sollten mehr an die Natur denken, an die Insekten und Vögel, die von den Gärten profitieren." Natürlich könne sie nachvollziehen, dass alte Menschen, denen die Gartenarbei Mühe macht, sich für diese scheinbar pflegeleichte Variante entscheiden. "Aber irgendwann ist alles zubetoniert", befürchtet sie. "Das steht unsere Gemeinde, die sich doch ,Ökodorf' nennt, nicht gut zu Gesicht." Sie betont, dass sie ihre Meinung ganz persönlich, ohne Bindung an eine örtliche Partei, äußert. Doch die Grünen wollen dieses Thema nun angehen, wie der Fraktionsvorsitzende Frank Hoffmann ankündigt: "Wir hatten das im Fachausschuss der Gemeinde schon zur Sprache gebracht, sind aber auch von Bürgern darauf angesprochen worden." Daher haben die Grünen dieses Thema auf die Tagesordnung ihrer aktuellen offenen Fraktionssitzung gesetzt.

"Wir wollen uns schlau machen, was die Gestaltungssatzungen der Gemeinde hergeben", sagt der Grüne. Doch soll man den Menschen wirklich vorschreiben, was sie mit ihrem Vorgarten machen sollen? Hoffmann räumt ein, dass es besser wäre, das Bewusstsein der Leute zu ändern, anstatt sie mit neuen Vorschriften zu vergrämen. Andererseits werde auch das allgemeine Interesse berührt, denn das Sterben der grünen Gärten schade dem Ökosystem. Dass etwa Bienen und Hummeln von einem blühenden Garten profitieren, weiß jedes Kind. Und just in diesen Tagen warnten Fachleute vor dem Insektensterben.

Udo Hövelmans, Fachbereichsleiter der Verwaltung, ist skeptisch, dass eine Gestaltungssatzung etwas bewirken kann. "Das ist eine zweischneidige Sache, in gewisser Weise gängelt man so den Bürger", meint er. Zudem habe jeder Bereich der Gemeinde eine eigene Satzung, manche schrieben grüne Vorgärten vor, andere ermöglichten etwa das Anlegen von Stellplätzen.

(s-g)
 
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